Thomas

Hettche,

Herzfaden.

Roman der Augsburger Puppenkiste, Kiepenheuer & Witsch 2020, 288 S.

Wer kennt sie nicht noch: Kater Mikesch, Kalle Wirsch, Urmel aus dem Eis und all die anderen Figuren aus der Augsburger Puppenkiste? Ein Mädchen kommt nach einer Vorstellung des berühmten Marionettentheaters auf einen Dachboden, wo sie alle versammelt sind, und die Hauptperson sitzt mitten zwischen ihnen, Hatü, eine alte, kettenrauchende Dame. Hatü ist zurückgekehrt, um die Geschichte des Puppentheaters zu erzählen. Ihr Vater Walter Oehmichen begann Ende des Zweiten Weltkrieges, die ersten Marionetten zu schnitzen. Hatü, die jüngste Tochter, stieg schon als 14-Jährige begeistert mit ein. Theater, losgelöst von der Schuld der Väter, das war die Idee dahinter.
In zwei Schriftfarben und mit wunderbaren Bleistiftzeichnungen – das Buch ist sprachlich und optisch ein Genuss und einer der schönsten Romane des Jahres.