Unsere nächste Veranstaltungen

Michael Weber liest aus: Martha. Ein Leben auf St. Pauli

Mittwoch, 14. Oktober 2020, 20 Uhr, Eintritt 7 Euro

Der  Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

Hamburg-St. Pauli, Anfang der 1980er Jahre: Ein junger Schauspielstudent aus der norddeutschen Provinz zieht mit Freunden in die Davidstraße – wo er Martha Ihde kennenlernt. Im Lauf der Jahre wird die neue Nachbarin, die ihr ganzes Leben in diesem Viertel verbracht hat, für den Protagonisten von einer schillernden Panoptikumsfigur zu einer nahen Bekannten und zu einem Orientierungspunkt für sein weiteres Leben. Die skurrilen, komischen und traurigen Episoden, die er mit Martha, ihrem Mann Ernst, dem Hund Tarzan, ihrem Sohn, dem Krran, und anderen erlebt, prägen sein Verständnis des Viertels, führen ihn zum Nachdenken über seine eigene Herkunft, seine Faszination für das Leben auf St. Pauli, seinen angestrebten Beruf, seine Lebensperspektive und seine politische Haltung. Immer präsent sind dabei die Zeitereignisse, die in unmittelbarer Nachbarschaft stattfinden: die Kämpfe um die St. Pauli-Hafenstraßenhäuser, der Niedergang des Sex-Gewerbes, der Punk.

Michael Weber, geb. 1958 in Hamburg, lebt seit 1982 auf St. Pauli. Er ist Schauspieler (u.a. Thalia Theater Hamburg, Schauspiel Bochum, Burgtheater Wien, seit 2013 Schauspielhaus Hamburg). Daneben arbeitet er an eigenen Texten, Theater- und Filmprojekten und führt gelegentlich Regie.

Das Buch ist in einer Neuherausgabe im Junius Verlag erschienen und kostet 19,90 Euro.

***********************************************************************************************

Ingrid Strobl, „Vermessene Zeit. Der Wecker, der Knast und ich“

Lesung und Diskussion

Donnerstag, 5. November 2020, 20 Uhr, Eintritt: 7 Euro

Der Veranstungsort wird noch bekannt gegeben.

Im Dezember 1987 wird Ingrid Strobl, Journalistin und Autorin, in ihrer Kölner Wohnung festgenommen, nach § 129a StGB – Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sie hatte für einen Bekannten einen Wecker der Marke Emes Sonochron gekauft. Dieser Wecker wurde als Zeitzünder bei einem Sprengstoffanschlag der „Revolutionären Zellen“ auf ein Lufthansagebäude verwendet, bei dem ein Sachschaden entstand.
Sie weigert sich, den Namen des Bekannten zu nennen, und bleibt in Untersuchungshaft. Im Gefängnis lernt sie eine ihr völlig fremde Welt kennen, eine Welt von Schmerz und Sucht, von Wut und Unterwerfung. Kraft zieht sie vor allem aus der Arbeit an einem Buch über Widerstand von Frauen im deutsch besetzten Europa, an dem sie schon vor ihrer Verhaftung gearbeitet hatte.
Im Juni 1989 wird sie zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil zunächst aufgehoben hat, wird sie in der Revisionsverhandlung 1990 schließlich wegen Beihilfe zu einem Sprengstoffanschlag zu drei Jahren Haft verurteilt.
Dreißig Jahre später reflektiert sie in diesem sehr persönlichen Buch über Hafterfahrungen, Feminismus und individuelle Verantwortung.
Ingrid Strobl, geboren 1952 in Innsbruck, Studium in Innsbruck und Wien. Seit 1977 freiberufliche Tätigkeit beim ORF, Redakteurin bei EMMA, danach freie Buch-, TV- und Hörfunkautorin u.a. für WDR und SWR.
Ihr Buch„Vermessene Zeit. Der Wecker, der Knast und ich“ erscheint Anfang März in der Edition Nautilus und kostet 18 Euro.
Eine Kooperationsveranstaltung mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg, gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Wichtig: Wir bitten alle, die schon im Frühjahr eine Karte für diese Lesung gekauft haben, uns per E-Mail mitzuteilen, ob Sie auch am neuen Termin zur Lesung kommen wollen.
Auch hier gilt: Reservierungen bitte per E-Mail, damit wir eine eventuelle Verlegung in größere Räume planen können.