Rückblick 2021

Lesung mit Robert Brack aus Blizzard

Freitag, 19. November 2021

Veranstaltungsort: St. Pauli Kirche, Pinnasberg 80, 20359 Hamburg

Die Schneekatastrophe zum Jahreswechsel 1978/79 ist einigen bestimmt noch in Erinnerung. In jenen eiskalten Tagen spielt Blizzard, der neue Roman des Hamburger Autors Robert Brack. Doch haben wir es hier nicht wirklich mit einem historischen Heimatkrimi zu tun, denn Brack durchbricht radikal diese Genre-Regeln, indem er nur vordergründig von Juwelenraub und Flucht berichtet. Sicher, Gisela, ihr Geliebter Frieder, der Hehler Schneider, die Komplizin Simona, Randy und Kid ziehen ihren Coup durch, doch stecken sie bald fest in einer Schneewehe und das ist erst der Anfang: Bitte festschnallen für einen Ritt in Richtung Apokalypse mit einem grandiosen Finale am Ostseestrand. Es sterben nicht nur Tiere.

Robert Brack, 1959 geboren, kam 1981 in seine Wahlheimat Hamburg. Seit 1988 publiziert er Kriminalromane, die oftmals auf realen Ereignissen in der Geschichte der Hansestadt basieren. Für seine Romane wurde er mit dem „Deutschen Krimi-Preis“ und dem „Marlowe“ der Raymond-Chandler-Gesellschaft ausgezeichnet. Er ist Mitglied des deutschen PEN-Zentrums.

Diese Veranstaltung wurde gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V. in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland e.V.


8. Lange Nacht der Literatur: Doris Gercke aus Die Nacht ist vorgedrungen

Im Gespräch mit Argument-Verlegerin Else Laudan

Samstag, 4. September 2021

Veranstaltungsort: St. Pauli Kirche, Pinnasberg 80, 20359 Hamburg

„Man soll die Wahrheit schreiben oder man soll gar nicht schreiben. Alles, was darunter bleibt, ist Lüge und deshalb lächerlich.“ Diese Sätze aus dem neuen Roman der Bella-Block-Erfinderin Doris Gercke könnten als Maxime über Gerckes gesamtem Werk stehen. Die Nacht ist vorgedrungen erzählt vom Arbeiten und Leben der Journalistin Karla Böhm und von dem Versuch, den Mord an ihrem Kollegen aufzuklären. Doch nicht die Lösung eines Falls steht hier im Vordergrund, sondern die Erinnerung an berufliche und politische Umbrüche. Karla Böhm kämpft sich durch ein Gestrüpp von Geheimdienstaktionen, Waffendeals mit bewaffneten Drohnen, Gewalt gegen Frauen und Neonazi-Nachbarn in der idyllischen Provinz. Spannend, unerbittlich und wahr ist das alles. Typisch Doris Gercke eben!

Doris Gercke, 1937 in Greifswald geboren, lebte schon mehrere ­Leben (Tochter einer Arbeiter­familie, Beamtin, Hausfrau und Mutter, Begabtenabiturientin und Jura­studentin), ehe sie sich ab 1988 der politischen Kriminalliteratur ­zuwandte. Als Schöpferin einer international berühmten unan­gepassten Ermittlerin schrieb sie Literaturgeschichte, beließ es aber nicht dabei. Sie verfasste zahlreiche weitere Geschichten und Romane, sägte mit ihrem düsteren kritischen Realismus an der Erzählhoheit im Genre. »Für mich ist Krimi eine Kunstform. Kunst hat etwas mit ­Abbildung von Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit zu tun. Je wahrhaftiger ein Krimi ist, desto besser finde ich ihn.« Doris Gercke lebt in Hamburg.