Aktuelle Veranstaltungen

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen wir diese Veranstaltung leider absagen. Wir suchen derzeit nach einem Ersatztermin, über den wir rechtzeitig auf dieser Website informieren.

Bereits gekaufte Eintrittskarten können selbstverständlich zurückgegeben werden, behalten ihre Gültigkeit aber auch für den Ersatztermin.

Ingrid Strobl, „Vermessene Zeit. Der Wecker, der Knast und ich“

Lesung und Diskussion

Dienstag, 24. März 2020, 20 Uhr, Eintritt: 7 Euro

Im Dezember 1987 wird Ingrid Strobl, Journalistin und Autorin, in ihrer Kölner Wohnung festgenommen, nach § 129a StGB – Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sie hatte für einen Bekannten einen Wecker der Marke Emes Sonochron gekauft. Dieser Wecker wurde als Zeitzünder bei einem Sprengstoffanschlag der „Revolutionären Zellen“ auf ein Lufthansagebäude verwendet, bei dem ein Sachschaden entstand.
Sie weigert sich, den Namen des Bekannten zu nennen, und bleibt in Untersuchungshaft. Im Gefängnis lernt sie eine ihr völlig fremde Welt kennen, eine Welt von Schmerz und Sucht, von Wut und Unterwerfung. Kraft zieht sie vor allem aus der Arbeit an einem Buch über Widerstand von Frauen im deutsch besetzten Europa, an dem sie schon vor ihrer Verhaftung gearbeitet hatte.
Im Juni 1989 wird sie zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil zunächst aufgehoben hat, wird sie in der Revisionsverhandlung 1990 schließlich wegen Beihilfe zu einem Sprengstoffanschlag zu drei Jahren Haft verurteilt.
Dreißig Jahre später reflektiert sie in diesem sehr persönlichen Buch über Hafterfahrungen, Feminismus und individuelle Verantwortung.
Ingrid Strobl, geboren 1952 in Innsbruck, Studium in Innsbruck und Wien. Seit 1977 freiberufliche Tätigkeit beim ORF, Redakteurin bei EMMA, danach freie Buch-, TV- und Hörfunkautorin u.a. für WDR und SWR.
Ihr Buch„Vermessene Zeit. Der Wecker, der Knast und ich“ erscheint Anfang März in der Edition Nautilus und kostet 18 Euro.
Eine Kooperationsveranstaltung mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg, gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

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Katharina Jacob, Eine Frau im Widerstand. Erinnerungen

Buchvorstellung und Lesung

Lebenserinnerungen der Widerstandskämpferin, KZ-Überlebenden und Hamburger Pädagogin Katharina Jacob.
Es berichten und lesen die Tochter Ilse Jacob und die Schauspielerin Inés Fabig.

Donnerstag, 23. April, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro

Katharina Jacob kam am 6. März 1907 in einer Kölner Arbeiterfamilie zur Welt. Während ihrer Lehrzeit bei der „Kölner Frauen-Zeitung“ kommt sie in Kontakt mit sozialistischen Jugendgruppen und gründet mit Walter Hochmuth und anderen die Jugendgruppe „Florian Geyer“. Im Jahr 1926 tritt sie in die KPD ein. Kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird sie wegen Verbreitung von Flugblättern im Juli 1933 verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Silvester 1938 wird sie erneut verhaftet und im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel inhaftiert. Nach ihrer Haftentlassung lernt sie Franz Jacob kennen, der nach siebenjähriger Lagerhaft 1940 aus dem KZ Sachsenhausen frei gekommen ist. Franz arbeitet in der Illegalität am Aufbau einer Widerstandsgruppe, der später so genannten „Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe“, die in Großbetrieben und Werften wirkt und deren Einfluss von Hamburg aus bis nach Bremen, Kiel und Lübeck reicht. Katharina Jacob ist von Beginn an aktiv am Aufbau der Organisation beteiligt. Am 6. Juli 1944 wird sie erneut verhaftet. Franz Jacob wird am 5. September 1944 zum Tode verurteilt und am 18. September 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.
Trotz Freispruchs mangels Beweisen wird Katharina Jacob Mitte November 1944 ins Frauen-KZ Ravensbrück eingeliefert.

Die Autobiografie wird ergänzt um wichtige historische und persönliche Dokumente und Zeugnisse. Sie wird Anfang April im Verlag Galerie der abseitigen Künste erscheinen und 24,00 Euro kosten.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des „Monat des Gedenkens Eimsbüttel“ statt.

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Michael Weber liest aus: Martha. Ein Leben auf St. Pauli

Donnerstag, 28. Mai 2020, 20 Uhr
Eintritt: 7 Euro

Hamburg-St. Pauli, Anfang der 1980er Jahre: Ein junger Schauspielstudent aus der norddeutschen Provinz zieht mit Freunden in die Davidstraße – wo er Martha Ihde kennenlernt. Im Lauf der Jahre wird die neue Nachbarin, die ihr ganzes Leben in diesem Viertel verbracht hat, für den Protagonisten von einer schillernden Panoptikumsfigur zu einer nahen Bekannten und zu einem Orientierungspunkt für sein weiteres Leben. Die skurrilen, komischen und traurigen Episoden, die er mit Martha, ihrem Mann Ernst, dem Hund Tarzan, ihrem Sohn, dem Krran, und anderen erlebt, prägen sein Verständnis des Viertels, führen ihn zum Nachdenken über seine eigene Herkunft, seine Faszination für das Leben auf St. Pauli, seinen angestrebten Beruf, seine Lebensperspektive und seine politische Haltung. Immer präsent sind dabei die Zeitereignisse, die in unmittelbarer Nachbarschaft stattfinden: die Kämpfe um die St. Pauli-Hafenstraßenhäuser, der Niedergang des Sex-Gewerbes, der Punk.

Michael Weber, geb. 1958 in Hamburg, lebt seit 1982 auf St. Pauli. Er ist Schauspieler (u.a. Thalia Theater Hamburg, Schauspiel Bochum, Burgtheater Wien, seit 2013 Schauspielhaus Hamburg). Daneben arbeitet er an eigenen Texten, Theater- und Filmprojekten und führt gelegentlich Regie.

Das Buch wird in einer Neuherausgabe im April im Junius Verlag erscheinen und 19,90 Euro kosten.