Paul Ingendaay: Entscheidung in Spanien. Der große Kampf der Literatur 1936–1939
Buchvorstellung und Diskussion
Moderation: Torsten Meinicke
Dienstag, 13. Oktober 2026
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 8 Euro
Buchladen in der Osterstraße, Osterstraße 171, 20255 Hamburg
Tel: 040/4919560, info@buchladen-osterstrasse.de

Vor 90 Jahren, im Sommer 1936, begann der Aufstand General Francos gegen die spanische Republik. Der folgende Bürgerkrieg dauerte fast drei Jahre und wurde mit unerbittlicher Härte geführt. Es war aber auch die Zeit einer großen internationalen Solidarität, denn Freiwillige aus vielen Ländern machten sich nach Spanien auf, um dort die Freiheit zu verteidigen. Darunter Berühmtheiten wie Simone Weil, Robert Capa, George Orwell, Gerda Taro, Arthur Koestler und Ernest Hemingway. Paul Ingendaay, ein exzellenter Spanienkenner, erzählt streng chronologisch und packend vom letztlich aussichtslosen Kampf für die Republik. Sein Buch ist spannender Geschichtsunterricht vom Feinsten. Auch Literatur kann eine Waffe sein.
Paul Ingendaay ist Journalist, Romanautor und Literaturwissenschaftler. Knapp zwei Jahrzehnte lang berichtete er für die FAZ aus Madrid, bis er 2016 als Europa-Korrespondent in Berlin tätig wurde. 1997 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, sein Debütroman Warum du mich verlassen hast wurde 2006 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
Gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, 
Behörde für Kultur und Medien
Constantin Lieb aus seinem Debütroman Wildboden
Mittwoch, 21. Oktober 2026
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 10 Euro
Einführung und Moderation: Madlen Reimer
(Programmleiterin Insel Verlag)
Buchladen in der Osterstraße, Osterstraße 171, 20255 Hamburg
Tel: 040/4919560, info@buchladen-osterstrasse.de

Abgeschieden in den Schweizer Alpen nahe Davos liegt das Haus Wildboden. Hierhin haben sich 1936 der Maler Ernst Ludwig Kirchner und seine Gefährtin Erna Schilling zurückgezogen. Er will in Ruhe arbeiten, während die Morphiumsucht immer mehr an seiner Psyche gräbt. Sie versucht, seine manischen Phasen und die politische Situation in der Heimat Berlin auszuhalten. Trotz ihrer Mühen lässt sich die Tragödie nicht vermeiden. Kirchner ist verloren, und nach dem endgültigen Abschied muss sie Verantwortung für sich und für sein Werk, das wohl niemand so gut kennt wie sie, übernehmen. Sie schöpft neue Kraft, um der Welt zu trotzen. Ein stimmungsvoller und realitätsnaher Roman. Nicht nur für Kunst- und Kirchner-Interessierte eine Empfehlung.
Wildboden erscheint am 2. September 2026 im Insel Verlag, kostet 25 Euro und kann ab sofort bei uns vorbestellt werden!
Constantin Lieb studierte Philosophie und Deutsche Literatur sowie Angewandte Literaturwissenschaft in Berlin. Er arbeitet als Autor und Dramaturg, war u. a. Stipendiat der Villa Aurora in Los Angeles und ist Mitglied der Deutschen sowie Europäischen Filmakademie. Für seine Arbeit an der TV-Serie Eden wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Für die von Dominik Graf inszenierte Erich Kästner-Adaption Fabian oder Der Gang vor die Hunde wurde Constantin Lieb als Drehbuchautor für den Deutschen Filmpreis nominiert. Wildboden ist sein erster Roman.

Karsten Krampitz: 1976. Die DDR in der Krise
Buchvorstellung, Lesung und Diskussion
Moderation: Torsten Meinicke
Dienstag, 27. Oktober 2026
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 8 Euro
Buchladen in der Osterstraße, Osterstraße 171, 20255 Hamburg
Tel: 040/4919560, info@buchladen-osterstrasse.de

Im Jahr 1976 gerät die DDR ins Wanken. Zwischen Parteidisziplin und wachsendem Zweifel zeigen sich erste Risse im sozialistischen Selbstverständnis: Der Tod des Fernfahrers Benito Corghi an der Grenze, die Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz und die Ausbürgerung Wolf Biermanns markieren ein Jahr der Krise.
Karsten Krampitz erzählt in seinem im Dietz Verlag erschienenen Buch 1976. Die DDR in der Krise von einem Staat, der seine Bürger immer stärker verbittert und zugleich das Zutrauen in seine eigene Zukunft verliert. Mit scharfem Blick und literarischer Präzision zeichnet er das Bild einer Gesellschaft zwischen Anpassung und Aufbegehren – eines Systems, das im Versuch, Stabilität zu wahren, seine Legitimation verspielt. Ein eindringliches Zeitporträt über den Beginn vom Ende der DDR.
Karsten Krampitz, geb. 1969 in Rüdersdorf, ist Historiker und Schriftsteller. Er schrieb für Straßenzeitungen, war an der Besetzung von Luxushotels beteiligt und Mitgründer von Mondkalb – Zeitung für das Organisierte Gebrechen. Sein in der Edition Nautilus erschienener Roman Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung wurde von der Kaspar Hauser Stiftung mit dem Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben 2025 ausgezeichnet.
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Gisela Ewe: „Schwarz und weiß – im Kampf vereint“? Antikolonialismus in Hamburg 1918–1933
Buchvorstellung und Diskussion
Moderation: Max Stolte
Dienstag, 10. November 2026
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 8 Euro
Buchladen in der Osterstraße, Osterstraße 171, 20255 Hamburg

Welche Formen antirassistischer und antikolonialer Aktivitäten gab es in Hamburg in der Zeit der Weimarer Republik? Dieser Frage geht die Historikerin Gisela Ewe in ihrer empirisch dichten Studie nach und untersucht dafür die sozialen Bewegungen jener Zeit. Anhand von Archivquellen und historischen Zeitungsberichten stellt Ewe anschaulich die Vielfältigkeit, aber auch die Widersprüchlichkeiten des antikolonialen Spektrums in Hamburg dar. Sie zeigt auf, dass antirassistische und antikoloniale Solidarität lokaler Akteur:innen nicht selbstlos, sondern stets mit eigenen Interessen verknüpft war. So führte die Zusammenarbeit zwischen „Schwarz und weiß“ auch immer wieder zu Konflikten, bevor sie durch die nationalsozialistische Machtübernahme 1933 zu einem jähen Ende kam.
Gisela Ewe hat Geschichte, Philosophie, Theater- und Kulturwissenschaften an der Universität Hamburg und der Lomonossow-Universität Moskau studiert und war Stipendiatin der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Kolonisierung“. 2025 hat sie ihre Promotion an der Universität Hamburg erfolgreich abgeschlossen und arbeitet derzeit als Kuratorin und Wissenschaftlerin für die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen.
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