Yishai

Sarid,

Monster

(Ü: Ruth Achlama), Kein & Aber 2019, 174 S.

Tobende Kinder auf den Gleisen der Gedenkstätte von Auschwitz, gelangweilte Besuchergruppen vor Gaskammern, die Vernichtungsmaschinerie der Konzentrationslager als Computerspiel: Der junge israelische Historiker hat als Guide an den Tatorten der Judenvernichtung in Polen eine Menge auszuhalten. Doch da er in Israel seine junge Familie zu ernähren hat, macht er sich immer wieder auf den Weg – bis es ihm eines Tages zu viel wird und er einen deutschen Dokumentarfilmer in Treblinka zusammenschlägt. Warum er das tat, begründet er in einem langen Monolog an den Direktor von Yad Vashem, der scheinbar lapidar endet: „Ich musste das tun.“

Für sein fiktionales Erinnerungsbuch „Monster“ hat der 1965 in Tel Aviv geborene Yishai Sarid eine adäquate Sprache und Form gefunden. Das kann man nicht über jedes in diesem Jahr erschienene Buch zum Thema sagen.