Johannes

Groschupf,

Berlin Heat

Suhrkamp 2021, 254 S.

Die Hauptstadt im Sommer nach der Pandemie: Tom Lohoff, notorischer Spieler und Dealer, hat Spielschulden bei Krasniqi und Tirana Inkasso versteht da keinen Spaß. Die AFD ist im Umfragetief und kommt auf die bizarre Idee einer inszenierten Entführung des eigenen Parteichefs. Tom wird von zwei Neonazis nachdrücklich darum gebeten, seine Bude dafür zur Verfügung stellen, doch Tom hätte viel lieber Sex mit der attraktiven Kellnerin Marla. Groschupf, der für Berlin Prepper den Deutschen Krimipreis erhielt, überzeichnet seine Figuren ins klischeehaft Komische und treibt die Handlung gnadenlos voran. Bis die Entführer in einer Critical-Mass-Fahrraddemo steckenbleiben. Wohl selten ist die Dummbratzigkeit von Geldverleihern, Glatzen und AFDlern lustiger zu Papier gebracht worden.