Mario

Rigoni Stern

Tönle

(Ü: Gerda Lederer), Kampa 2025, 160 S., 22 Euro

Rigoni Stern, 1921 in Asagio in den italienischen Alpen geboren und
2008 eben dort gestorben, war Weltkriegsteilnehmer, Förster und Autor.
Er erzählt die Geschichte des Hirten Tönle Bintarn, der im späten
19. Jahrhundert fliehen muss, weil er auf einer Schmuggeltour einen Zöllner verletzt hat und nun gesucht wird. Jahrelang ist er als
Handlungsreisender für Kunstdrucke in ganz Europa unterwegs und kehrt immer wieder heimlich in sein Dorf zurück. Als alter Mann gerät er
noch zwischen die Fronten des Ersten Weltkrieges, erlebt Evakuierungen, Plünderungen und sieht die jungen Soldaten gen Front marschieren. Rigoni Stern, für Primo Levi „einer der größten Schriftsteller Italiens“, ist ein verblüffend jung gebliebener Antikriegsroman gelungen. Traumhaft schöne Naturbeschreibungen inklusive.