Zsolnay 2025, 464 S., 28 Euro
An dem Tag, an dem Belgrad 1942 für „judenfrei“ erklärt wird, macht Isak Ras sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit. Was hat es mit dem Buch auf sich, das seine Mutter vor mehr als 20 Jahren vergraben hat, kurz bevor sie verschwand? Seine Zieheltern, die Anarchisten Rosa und Milan, sind alt geworden, sein Bruder Petar ist bei den Partisanen, der zugelaufene Familienhund, die Dackeldame Malka, muss auf dem Dachboden dem Hunger trotzen. Sie alle kommen in diesem Roman zu Wort, teilen ihre Sicht auf das, was geschehen ist. Es entsteht eine ganz eigene Geschichte, die sich am Ende zu einem tragischen Gesamtbild zusammenfügt. Marko Dinić wagt mit diesem experimentellen Romanaufbau und der unorthodoxen Sprache viel und wir gewinnen einen gelungenen und frischen Erinnerungsroman.