(Ü: Eike Schönfeld), Klett-Cotta 2025, 192 S., 22 Euro
Bolivar ist Fischer und ein eigensinniger noch dazu. Anders als die anderen Fischer ist er nicht bei Morgengrauen auf See – er trinkt lieber und schläft ausgiebig in den Tag hinein. Als ein Sturm gemeldet wird, will Bolivar trotzdem hinausfahren und überredet Hector, ihn zu begleiten. Es kommt, wie es kommen muss, und ihr Boot gerät in einen tosenden Sturm, der sie aufs offene Meer hinaustreibt. Plötzlich sind Bolivar und Hector auf sich allein gestellt, im Kampf ums Überleben, aber auch im Kampf mit ihren Gedanken, ihrer Vergangenheit und ihrer ungewissen Zukunft. Inspiriert von einer wahren Begebenheit erzählt Paul Lynch eindrucksvoll und ohne viel Pathos von den Grenzen des Aushaltbarem, von körperlichem und psychischen Abgründen, aber auch von Hoffnung, Resilienz und innerem Frieden.