Sexismus in der Musikindustrie, Edition Nautilus 2025, 200 S., 20 Euro
Die Aussage, dass die Musikindustrie sexistisch ist, mag wenig überraschen – das Ausmaß, die vielschichtigen Arten und Weisen, in denen sich dieser Sexismus durch alle Ebenen der Branche zieht, wohl schon. Und selbst wenn nicht, es so kompakt und präzise geschildert zu bekommen, lässt einen doch fassungslos zurück. Wer Sonja Eismanns Buch liest, kann sich nicht mehr hinter Phrasen wie „Einzelfall“ oder „aber Taylor Swift …“ verstecken. Denn sie zeigt einem in jedem Kapitel, dass Frau sein in der Musikindustrie irgendwie immer falsch ist: Frau ist nie jung genug, immer zu alt, zu dick, zu dünn, zu sehr Groupie. Candy Girls ist sowohl eine scharfe, wütende Kritik und Abrechnung mit dieser Industrie, als auch eine Kampfansage, ein Aufruf, sich den patriarchalen Strukturen zu widersetzen.