Elif

Shafak,

Unerhörte Stimmen

(Ü: Michaela Grabinger), Kein & Aber 2019, 432 S.

Leila kann es drehen und wenden wie sie will, sie ist tot, ermordet worden. Wie gerne würde sie ihren Freunden erzählen, dass nicht gleich alles vorbei ist. Dass ihr Gehirn noch über zehn Minuten lang weiterarbeitet und sie sich an die einzelnen Stationen ihres Lebens erinnert: Ihre Kindheit in dem türkischen Dorf, ihre Flucht kurz vor der Zwangsverheiratung, ihr Leben als Prostituierte in Istanbul, an ihre große Liebe, den Studenten D/Ali, mit dem sie einige glückliche Jahre verbringen durfte. Und sie denkt an ihre wunderbaren Freundinnen und Freunde – deren Leben uns auch erzählt wird – und die ihre „Wasserfamilie“ geworden sind.

Elif Shafak verknüpft in ihrem neuen Roman viele kleine Geschichten mit der Lebensgeschichte der selbstsicheren und herzlichen Leila.