Laurence

Tardieu,

So laut die Stille

(Ü: Kirsten Gleinig), edition fünf 2017, 168 S.

Die Ich-Erzählerin ist Schriftstellerin und will einen Roman über das Haus ihrer Großeltern in Südfrankreich schreiben. Das muss verkauft werden und sie will ihre glücklichsten Momente an diesem Zufluchtsort bewahren. Zeitgleich stürmen in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung Terroristen die Redaktion von „Charlie Hebdo“. Der Anschlag raubt ihr jegliches Gefühl von Sicherheit; das Gemetzel lässt sie erstarren. Schreibend versucht sie, ihre Welt wieder zusammenzusetzen.
Und es ist das Besondere an diesem Roman, dass hier Worte für die empfundene Sprach­losigkeit bei jedem wiederkehrenden Terrorakt gefunden werden. Subjektiv wird beschrieben, wie es sich in dieser Situation anfühlt, die eigenen Kinder zur Schule zu schicken, trotz Polizeipräsenz. Der Autorin gelingt es, trotz latenter Bedrohung Wege in die Zukunft aufzuzeigen.