Gusel Jachina, Suleika öffnet die Augen

(Ü: Helmut Ettinger), Aufbau 2018, 541 Seiten

Suleikas Leben in der Sowjetunion der 1930er-Jahre besteht nur aus Gewalt und Arbeit auf einem Bauernhof. Wegen ihrer tartarischen Herkunft wird sie von ihrem sehr viel älteren Mann misshandelt und muss ihm und seiner Mutter unterwürfig dienen. Dann werden die drei von Bolschewiken überfallen, ihr Mann getötet und Suleika als Kulakin nach Sibirien deportiert. Während der endlosen Zugfahrt dorthin verändert sie sich. Aus dem völlig verängstigten Mädchen erwächst eine junge selbstbewusste Frau. Trotz widriger und menschenverachtender Bedingungen überlebt sie. Angekommen in Sibirien trägt sie entscheidend dazu bei, das Lager zu einem erträglichen Ort der Gemeinschaft zu machen, an dem auch Liebesbeziehungen möglich scheinen und Kinder geboren werden.
In diesem beeindruckenden Roman wird sehr glaubwürdig über Suleikas Schicksal und die russische Geschichte erzählt.