William

Boyle,

Gravesend

(Ü: Andrea Stumpf), Polar 2018, 293 S.

Gravesend, ein Viertel in New York. Hier in der Nähe ist auch der Autor aufgewachsen und hier hat Ray Boy Calabrese vor 16 Jahren einen schwulen Jungen in den Tod gehetzt. Nun ist er wieder draußen aus dem Knast und sein Neffe Eugene wartet auf den harten Onkel. Doch der bereut und will nur noch sterben. Eugene aber will unbedingt Gangster werden, bedroht den Mafioso Mr. Natale und das endet böse. Alessandra ist auch wieder in Gravesend zurück, der Hollywoodtraum endete beim Tele-Shopping-Kanal. Stephanie leidet unter ihrer Mutter, fehlendem Sex und einem Oberlippenbart. Conway, der seinen Bruder rächen will, hat zwar eine Knarre, aber keinen Mumm. In Gravesend gibt es wenig Zukunft und viele Träume, meist jedoch geplatzte.
Boyle entwirft ein großes Gesellschaftspanorama im Kleid eines Kriminalromans. Toller Sound, starke Charaktere, unverblümt ehrlich. Last Exit: Gravesend.