Miriam

Toews, 

Die Aussprache

(Ü: Monika Baark), Hoffmann und Campe 2019, 256 S.

Acht Frauen einer fiktionalen Mennonitengemeinde diskutieren heimlich über ihre Zukunft. Sie haben nur 48 Stunden Zeit, um darüber zu entscheiden, ob sie und ihre Kinder weiterhin mit ihren Peinigern, die währenddessen vor Gericht stehen, zusammenleben wollen oder sie in einer ihnen vollständig unbekannten Welt Neues wagen – und nicht verzeihen, was ihnen angetan worden ist.

Die Erzählung folgt den Gesprächen über das Für und Wider und dadurch den einzelnen Figuren, ihrem jeweiligen Schicksal und ihrem vorherigen gemeinsamen Leben. Es ist ein leiser und trotzdem wortgewaltiger Roman, der von einer realen Geschichte inspiriert ist und in dem nicht die sexuelle Gewalt an sich im Vordergrund steht. Letztlich geht es um nicht weniger als den freien Willen, kollektive Verantwortung und das In-der-Welt-sein überhaupt. Lesen!