Christoph Hein, Verwirrnis

Suhrkamp 2018, 304 Seiten

Friedeward Ringeling lebt in den 1950er-Jahren in der thüringischen Kleinstadt Heiligenstadt. Dass er sich in Wolfgang verliebt hat, muss geheim bleiben, denn auch in der noch jungen DDR war Homosexualität unter Strafe gestellt. Vor allem darf Friedewards Vater nichts von dem Liebesverhältnis seines Sohnes erfahren, denn dieser „gute“ Katholik ist ein gewalttätiger Mann und züchtigt seine Kinder mit der Peitsche. Eine Scheinehe mit einer Freundin, die selbst in einer lesbischen  Beziehung lebt, erweckt einen Anschein von „Normalität“. Auch als die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller aufgehoben wird, ändert sich nichts für die Protagonisten. Homophobie ist in der DDR, wie auch im Westen, weiter an der Tagesordnung. Schon immer hat Christoph Hein in seinen Büchern Ausgegrenzte der Gesellschaft in den Blick genommen.