Jahresrückblick

  • Lesung

    Datum: 09.05.2012

    Mascha, in Aserbaidschan geboren, lebt jetzt in Deutschland, spricht fünf Sprachen fließend, studiert Dolmetscherwissenschaften und plant ihre Karriere bei der UNO. Ihre Welt ist eine, in der alle Kulturen und alle Traditionen zusammenkommen. Maschas bester Freund Cem kommt aus der Türkei, ebenso ihre frühere Geliebte Sibel, ihr Exfreund Sami ist aus Beirut. Jetzt wohnt sie mit Elias zusammen, eine wunderbare Liebe verbindet sie. Unerwartet kommt Elias ins Krankenhaus, aber nichts und niemand kann seinen Tod verhindern. In ihrer Verzweiflung flieht Mascha Hals über Kopf nach Israel. Olga Grjasnowa hat die Gabe, der tragischsten Situation eine komische Seite abzugewinnen. Mit kühler Ironie erzählt sie die Geschichte einer eigenwilligen jungen Frau, die keine Grenzen kennt, die selbstbewusst und anpassungsfähig ist und immer wieder davonläuft. Sie erzählt mit perfekter Ausgewogenheit von Tragik und Komik und mit einem bemerkenswerten Sinn für das Wesentliche.

  • Buchvorstellung und Diskussion

    Datum: 26.04.2012

    Links gestartet, rechts gelandet: Marco Carini untersucht, warum Linke den Bruch mit der Linken vollziehen, der sie sich meist lange zugehörig fühlten. Anhand ausgewählter Lebensläufe prominenter Abtrünniger wie Ralph Giordano, Henryk M. Broder, David Precht, Götz Aly oder Jan Fleischhauer unternimmt er nicht nur einen Streifzug durch die Historie der „Renegaten“, sondern betrachtet auch diejenigen, die ihre linke Phase in den Siebzigern und Achtzigern des 20. Jahrhunderts hatten. Aus welchen Motiven wenden sich Menschen von kommunistischen oder sozialistischen Vorstellungen ab? Im zweiten Teil des Buches geht es sowohl um die biografischen Konsequenzen, die aus dieser Abkehr resultieren, als auch um ihre inhaltliche Neupositionierung.  An welchen gesellschaftlich zentralen Debatten haben sie teilgenommen (Debattenstichworte: 68’er, Islam, DDR, Ökologie etc.) und welchen Teil ihrer eigenen Geschichte in die Diskurse mit eingebracht? Oder schnörkelloser gefragt: Was haben die Linken von gestern uns heute noch zu sagen?

    Diese Veranstaltung findet statt im Rahmen von: Lesetage selber machen - Vattenfall tschüss sagen

  • Krimilesung

    Datum: 21.03.2012

    Am 27. Februar 1933 ging der Reichstag in Flammen auf. Als Brandstifter verhaftet und zum Tode verurteilt wurde der Holländer Marinus van der Lubbe - für Polizei und Justiz schnell ein klarer Fall. So scheint es jedenfalls zunächst, bis Ungereimtheiten auftauchen, die berechtigte Zweifel entstehen lassen. Bis heute recherchieren, rekonstruieren und diskutieren Historiker diesen historischen Kriminalfall, der für die deutsche Geschichte immense Folgen hatte. In seinem neuen Kriminalroman begibt sich der Hamburger Krimi-Autor Robert Brack auf Spurensuche: Klara Schindler wird von der KPD als Informantin nach Berlin geschickt, um mehr über den vermeintlichen Brandstifter herauszufinden. Sie gibt sich als Reporterin der Londoner TIMES aus und beginnt mit den Recherchen. Die SA dominiert bereits das Stadtbild, Überfälle auf kommunistische Lokale sind an der Tagesordnung. Die KPD zieht sich in den Untergrund zurück und plant Widerstandsaktionen gegen die Nazis. Klara folgt van der Lubbes Spuren und versucht, den genauen Tathergang aufzudecken, wie dieser Brand stattgefunden und wer zur Durchführung beigetragen haben könnte - bis zu einem Showdown in Görings Büro.

  • Der Buchvorstellungsabend mit Weinprobe

    Datum: 06.12.2011

    Pünktlich zum Nikolaustag stellt die Buchladenbelegschaft einen prall gefüllten Stiefel mit empfehlenswerten Neuerscheinungen vor. Ansonsten gleiches Programm und gleiches Personal wie in der Kühnen Lage am 3. Dezember.

    Die Karten für diese Veranstaltung gibt es nur im Vorverkauf. Reservierte Karten müssen bis 26. November abgeholt werden.

  • Der Buchvorstellungsabend mit Weinprobe

    Datum: 03.12.2011

    Veranstaltungsort: Weinbistro „Kühne Lage“, Schützenstraße 39, Tel: 32512404

    Drei Tage vor dem Nikolaustag stellt die Buchladenbelegschaft einen prall gefüllten Stiefel mit empfehlenswerten Neuerscheinungen vor.

    Dietmar Bruns vom Weinbistro „Kühne Lage“ schüttet – der Jahreszeit angemessen – vorrangig dunkle Weine mit animalischen Noten in die Gläser.

    Und wie immer: Der Vortragskünstler Gotthard Scholz widmet sich bei seinem Auftritt am Lesepult sowohl dem seltenen Genre der Elchliteratur als auch der Hochkomik in Reimform, auf dass kein Auge trocken bleibt!

    Die Karten für diese Veranstaltung gibt es nur im Vorverkauf im Buchladen und in der „Kühnen Lage“. Reservierte Karten müssen bis 26. November abgeholt sein.

     

  • Buchvorstellung und Diskussion

    Datum: 03.11.2011

    Die Forderung nach „Elite“ hat Konjunktur. Dabei wohnt der Debatte die Tendenz inne, vom Bestehen gesellschaftlicher Funktionseliten auf die Existenz einer generell höher begabten Menschengruppe zu schließen. Die Befähigung zur „Elite“ wird schließlich auf die biologische Disposition einer privilegierten Gruppe zurückgeführt: ihre „Rasse“, vererbte Intelligenz oder genetische Veranlagung. Volker Weiß analysiert, wie sich das Bedürfnis nach Abgrenzung einer Elite in Deutschlands jüngerer Vergangenheit äußerte: von Ortega y Gasset und Friedrich Sieburg über Botho Strauß bis hin zu Peter Sloterdijk und Thilo Sarrazin. Er weist nach, dass dieses Bedürfnis nach „Elite“ in direkter Tradition der republikfeindlichen Theoretiker der Weimarer Zeit steht und heute von einer „neuen“ Rechten befeuert wird, der an einer konservativen Revolution gelegen ist. Ihr Ziel ist die Revision gesellschaftlicher Liberalisierungen seit dem Ende der sechziger Jahre. Neu ist, dass sich diese Strömung nicht nur mit dem Gestus der Opfer und Tabubrecher präsentiert, sondern dass sie mit dieser Strategie Erfolg hat.

    Die Diskussion wird Meinhard Meuche-Mäker von der Rosa Luxemburg Stiftung moderieren.


  • Krimilesung. Deutscher Text und Moderation Iris Konopik.

    Datum: 22.09.2011

    Ein Kommissariat in der Pariser Vorstadt Panteuil. Neulinge werden eingearbeitet, blutjunge Leute ohne Erfahrung. In der Chefetage stellt Kommissariatschefin Le Muir die Weichen für den neuen politischen Kurs: Eine »Säuberung mit Hochdruck« soll die Verbrechensrate senken und die Vorstadt fit für die Zukunft machen. Klar, dass es dabei Gewinner und Verlierer geben muss.

    Aber da ist noch eine Spezialermittlerin aus Paris, die Le Muir und ihre Vasallen schon im Visier hat. Und Noria Ghozali hatte noch nie Sinn für taktische Kompromisse …

    Zwischen Politiker-Kalkül und überforderten Polizeikräften inszeniert Dominique Manotti den urbanen Sprengstoff unserer Zeit.

    Mit freundlicher Unterstützung des Institut français de Hambourg

  • Buch-Präsentation mit dem Verleger Günther Butkus. Moderation: Peter Münder

    Datum: 08.09.2011

    Man könnte den Abend unter das Motto „St. Pauli Nacht“ stellen, denn Hans Herbst ist ein waschechter St. Paulianer und der mit vielen Krimipreisen ausgezeichnete Frank Göhre stellt seine „Kiez-Trilogie“ vor. Der 736 Seiten starke Band vereint die drei erfolgreichen Kriminalromane „Der Schrei des Schmetterlings“, „Der Tod des Samurai“ und „Der Tanz des Skorpions“. Der Meister des „Noir made in Germany“ hat damit einen Meilenstein in der neueren Kriminalliteratur gesetzt.

    Der Weltenbummler Hans Herbst ist ein echter Hamburger Jung – geboren auf St. Pauli. Im Pendragon Verlag ist seine 7-bändige Werkausgabe mit allen Short Stories, sämtlichen Reportagen und seinem großartigen Roman „Mendoza“ erschienen.

    Hans Herbst ist viel gereist, hat viel erlebt und das Erlebte virtuos erzählt. Seine Geschichten gehen unter die Haut, Herbsts direkte Sprache trifft den Nerv. Es ist, als würde der Leser direkt den warmen Hauch karibischer Nächte auf der Haut spüren und die Samba-Rhythmen hören.

  • Buchvorstellungsabend mit Lesung und Weinprobe

    Datum: 17.06.2011


    Wie gehabt: Gotthard Scholz hat nicht im Trüben gefischt und wird heitere bis hohe Literatur zum Thema vortragen. Beim Erschnuppern der Weinaromen erfreut uns Dietmar Bruns vom Weinbistro "Kühne Lage" mit seiner unnachahmlichen Obstsalat-Lyrik.
    Und wer noch nicht weiß, was im Sommer gelesen werden sollte, erfährt es natürlich vom Buchladen-Team.

  • Krimilesung

    Datum: 17.05.2011

    In seinem neuen Gesellschaftsroman schlägt Frank Göhre einen Bogen von einer Hippiekommune der 1980er Jahre auf Gomera bis hin zu Hamburger Unternehmerkreisen der Gegenwart. "Der Auserwählte" ist die Geschichte eines Kidnappings und stellt die alte Frage nach Schuld und Sühne.
    Ein Kritiker schrieb treffend: "Ein Buch wie ein schwarzer Kaffee. Dunkel, stark, hart und ohne süßenden Zucker."
    Der Hamburger Schriftsteller und Drehbuchautor Frank Göhre erhielt für das Buch den zweiten Deutschen Krimipreis 2010.

  • Vortrag mit Lichtbildern.

    Datum: 20.04.2011

    Der Kilimandscharo das ist nicht einfach nur irgendein hoher schneebedeckter Berg. Der Kilimandscharo das ist ein Mythos und ein Sehnsuchtsort. Christof Hamann hat zusammen mit Alexander Honold darüber eine Kulturgeschichte geschrieben, die gespickt mit Anekdoten eine faszinierende Biografie und ein wahres Lesevergnügen geworden ist.
    Im 19. Jahrhundert wurde in Europa heftig über Afrikas höchsten Berg gestritten. Die unglaubliche Behauptung, dass es so weit im Süden Schnee gebe, erhitzte die Gemüter. Deutsche Missionare hatten das berichtet und ein englischer Forscher verhöhnte sie daraufhin als dumm. So begann der Wettkampf der Kolonisatoren. Von diesem Streit um afrikanische Geographie, von Bergbesteigungen und Gipfelblicken, von der Poesie der Landschaftsschilderung als Politikum, von kolonialen Sehnsüchten und der Magie des Berges weiß Christof Hamann in Worten und Bildern zu berichten.

  • Buchvorstellung und Gespräch

    Datum: 23.03.2011

    Am Tag der letzten Abiturprüfung wird Mahdi zu einem Ausflug eingeladen. Sein Freund Ali hat sich ein Auto ausgeliehen, die beiden wollen das Ende der Schulzeit feiern. Doch es ist das falsche Auto und Ali kennt die falschen Leute – die beiden werden ohne Anklage und Prozess inhaftiert. Das ist im Irak im Jahr 1989 nichts Außergewöhnliches.
    Zwei Jahre Gefängnisalltag, geprägt von Hunger, Folter, Grausamkeiten und Zynismus, muss Mahdi durchhalten. Zum Geburtstag Saddam Husseins wird den Häftlingen eine Amnestie in Aussicht gestellt – doch dann bekommt jeder nur eine Orange als Geschenk.
    Mahdi rettet sich in dieser Hölle durch seine Begabung zum Geschichtenerzählen. Drastisch und tragikomisch berichtet er von seiner Kindheit und Jugend, von der Freundschaft zu Sami, dem Taubenzüchter, und der Unterstützung durch seinen Lehrer.
    Der Roman lässt ein eindrucksvolles Bild des Irak der achtziger und neunziger Jahre entstehen. Nach seinem viel beachteten Debüt "Der falsche Inder" verarbeitet Abbas Khider hier seine  Vergangenheit als politischer Gefangener.

    Abbas Khider ist im Februar 2011 nach Kairo gereist, um sich einen eigenen Eindruck von den Umwälzungen in der arabischen Welt zu machen. Auch von diesen Erlebnissen wird er berichten.