Jahresrückblick

  • Übersetzung und Moderation Kirsten Gleinig

    Datum: 12.01.2018

    Die Ich-Erzählerin ist Schriftstellerin und will einen Roman über das Haus ihrer Großeltern in Südfrankreich schreiben. Das muss verkauft werden und sie will ihre glücklichsten Momente an diesem Zufluchtsort bewahren. Zeitgleich stürmen in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung Terroristen die Redaktion von „Charlie Hebdo“. Der Anschlag raubt ihr jegliches Gefühl von Sicherheit; das Gemetzel lässt sie erstarren. Schreibend versucht sie, ihre Welt wieder zusammenzusetzen.
    Und es ist das Besondere an diesem Roman, dass hier Worte für die empfundene Sprach­losigkeit bei jedem wiederkehrenden Terrorakt gefunden werden. Subjektiv wird beschrieben, wie es sich in dieser Situation anfühlt, die eigenen Kinder zur Schule zu schicken, trotz Polizeipräsenz. Der Autorin gelingt es, trotz latenter Bedrohung Wege in die Zukunft aufzuzeigen.

    Laurence Tardieu wurde 1972 in Marseille geboren und lebt mit ihrer Familie in Paris. Bereits im Alter von sechs Jahren begann sie zu schreiben und hat seit 2000 zehn Bücher veröffentlicht

    Der Roman „So laut die Stille“ ist im Herbst 2017 in der edition fünf erschienen und kostet 19,00 euro.

  • Beste Texte und Tannine serviert vom Buchladen-Team, der Kühnen Lage und Gotthard „The Voice“ Scholz

    Datum: 06.12.2017

    Der Buchvorstellungsabend mit Weinprobe im Buchladen


    Vorverkauf für alle Veranstaltungen ab sofort!

  • Beste Texte und Tannine serviert vom Buchladen-Team, der Kühnen Lage und Gotthard „The Voice“ Scholz

    Datum: 02.12.2017

    Der Buchvorstellungsabend mit Weinprobe im Weinbistro „Kühne Lage“, Schützenstraße 39

     

  • Die Lesung ist eine Veranstaltung im Rahmen der „Woche unabhängiger Buchhandlungen“.

    Datum: 09.11.2017

    Mimi liebt das Angeln. Oliver auch. Erst zerbricht die Welt, dann ihre Freundschaft. Er nennt sich Hitler. Sie lernt, davonzulaufen. Und die Havel fließt dahin. Manja Präkels zeichnet ein ebenso liebevolles wie verstörendes Bild der ostdeutschen Provinz von den letzten Jahren der DDR bis heute.
    „Vielleicht hat mir Hitler das Leben gerettet, damals.“ Mit diesem Satz beginnt der Debütroman der 1974 in Zehdenick (Mark) geborenen Sängerin und Autorin Manja Präkels.
    In ihrem „zu 88 Prozent autobiografischen Roman“ schildert Präkels die Endphase der DDR zwischen Idylle und Resignation und die ersten Jahre nach der Wiedervereinigung im ländlichen Brandenburg. Ehemalige Schulfreunde rasieren sich die Haare ab, ziehen Bomberjacken an und machen fortan Jagd auf Andersdenkende.
    Dass vor wenigen Wochen eine rechtsextreme Partei in den Bundestag eingezogen ist, verschafft diesem Roman eine bedrückende Aktualität.

    Manja Präkels ist Sängerin der hochgelobten Band „Der Singende Tresen“ und Mitherausgeberin des Erich-Mühsam-Lesebuchs „Das seid ihr Hunde wert!“.
    Das Buch „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ ist im Verbrecher Verlag erschienen und kostet 20 Euro.

  • Datum: 05.11.2017

    Wie schon im Vorjahr haben wir auch in diesem Jahr den  „Deutschen Buchhandlungspreis“ als „ausgezeichneter Ort der Kultur“ verliehen bekommen!
    Da dieser schöne Erfolg nicht ohne unsere treuen, lesefreudigen und engagierten  Kundinnen und Kunden möglich wäre, wollen wir die Auszeichnung mit Euch feiern.

    Auch die Arbeiten auf der Großbaustelle zur Umgestaltung der Osterstraße kommen nach über zwei Jahren nun endlich zum Abschluss. Nach vielen Monaten mit Lärm, Staub, Absperrgittern und Straßensperrungen vor unserem Buchladen ist das für uns ein weiterer Grund zum Feiern.
    Im Rahmen der offiziellen Eröffnung der „neuen“ Osterstraße möchten wir deshalb alle herzlich einladen, am Sonntag, den 5. November 2017, mit uns ab 13 Uhr im Buchladen anzustoßen!
    Wir freuen uns, Euch dann bei prickelnden Getränken und kleinen kulinarischen Köstlichkeiten begrüßen zu dürfen!

  • Datum: 06.09.2017

    Im Rahmen unserer Reihe „Warum so verlegen?“ ist die Berliner Verlegerin und Autorin Britta Jürgs vom AvivA-Verlag bei uns zu Gast. Seit 20 Jahren erweitert der AvivA-Verlag „den literarischen Kanon um weibliche Stimmen und Perspektiven – vergessene Schätze, literarische Entdeckungen und Bücher über außergewöhnliche Frauen“.

    In der Reihe »Wiederentdeckte Schriftstellerinnen« werden vergessene, vorwiegend jüdische Autorinnen der 1920er-Jahre präsentiert. Die literarischen Fundstücke werden durch Wiederentdeckungen der 1960er- und 1970er-Jahre ergänzt.

    Britta Jürgs war 2011 BücherFrau des Jahres und ist seit 2015 Vorsitzende der Kurt Wolff Stiftung. Sie wird an diesem Abend den von ihr herausgegebenen Sammelband „Was trinken wir? Alles!“ vorstellen, in dem es um die Bedeutung von Hochprozentigem für die Entstehung von Literatur geht. Und natürlich stoßen wir auch gemeinsam auf das Verlagsjubiläum des AvivA-Verlags an!

     

  • Eine Veranstaltung im Rahmen der „Langen Nacht der Literatur“

    Datum: 02.09.2017

    Kodjo, ein junger Mann aus Ghana, lebt schon seit Jahren illegal in Berlin. Er kennt sämtliche dunklen Ecken der Hauptstadt und wechselt seine Adresse so oft wie seine Gewohnheiten. Nur nicht auffallen! Doch eines Abends auf dem Nachhauseweg erregt er zusammen mit seinem ebenfalls illegalen Kumpel Saif durch ein leichtes Zucken an der roten Fußgängerampel die Aufmerksamkeit eines Polizisten und die Menschenjagd beginnt: geschildert aus der Perspektive eines schwarzen Mannes ohne Papiere, der jedoch sehr schnell laufen kann.

    Max Annas lebte und arbeitete längere Zeit in Südafrika. In einem früheren Leben war er Journalist und veröffentlichte mehrere Bücher aus den Bereichen Popkultur, Politik und Sport. Für seinen ersten Roman „Die Farm“ erhielt er den Deutschen Krimi Preis. Der Folgeroman „Die Mauer“ stand zwei Monate hintereinander auf Platz 1 der Krimibestenliste.

    „Ihr sollt wissen, dass kein Mensch illegal ist. Das ist ein Widerspruch in sich. Menschen können schön sein oder noch schöner. Sie können gerecht sein oder ungerecht. Aber illegal? Wie kann ein Mensch illegal sein?“ (Elie Wiesel)

     

  • Deutscher Text und Moderation: Katharina Picandet

    Datum: 30.08.2017

    „Der Block“ ist das Buch zur französischen Präsidentschaftswahl 2017. Geschrieben hat es der Autor Jérôme Leroy jedoch bereits im Jahr 2011.

    In der Banlieue brennen die Barrikaden, die Todesopfer der Straßenkämpfe werden im Fernsehen per Liveticker gezählt. In Paris verhandelt Agnès, Chefin des rechtsextremen „Bloc patriotique“ über eine Regierungsbeteiligung. Derweil sitzen zwei Männer in ihren Zimmern: Stanko, Skinhead und Sicherheitschef der Partei, soll sterben. Er weiß zu viel über die schmutzige Vergangenheit des „Block“. Sein bester Freund Antoine, ein intellektueller rechter Dandy und Gatte der Parteichefin, hat Stanko zum Abschuss freigegeben.

    Leroy kriecht in die Gehirne seiner beiden Protagonisten und schildert ein Vierteljahrhundert Rechtsextremismus in Frankreich aus der Ich-Erzähler-Perspektive. Entstanden ist so ein Roman, den man verschlingt, aber nicht verdauen kann. Das ist große, politisch relevante Kriminalliteratur!

    Jérôme Leroy, geboren 1964 in Rouen, ist Autor, Literaturkritiker und Herausgeber. „Der Block“ ist Leroys erste Übersetzung ins Deutsche. Das Buch wurde von Cornelia Wend übersetzt, ist in der Edition Nautilus erschienen und kostet 19,90 Euro.

     

  • In der "Kühnen Lage", Schützenstraße 39

    Datum: 14.07.2017
  • Im Buchladen

    Datum: 12.07.2017
  • Datum: 30.05.2017

    Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Warum so verlegen?“ präsentieren wir unabhängige und spannende Verlage, stellen deren aktuelles Programm vor und blicken mit unseren Gästen hinter die Kulissen des Verlagsalltags.

    Zu Gast an diesem Abend ist der Verleger Jan Karsten, der zusammen mit Zoë Beck den 2013 gegründeten Hamburger Verlag CulturBooks leitet. CulturBooks ist ein literarischer Verlag für gedruckte und elektronische Bücher. Sein Motto ist: „Wir publizieren nur Texte, die uns gefallen. Erst wenn wir voll hinter einem Titel stehen, nehmen wir ihn ins Programm auf und setzen alles daran, das richtige Publikum für ihn zu finden.“

    Mit dem bekannten Hamburger Krimiautor Frank Göhre und mit Martin Spieß werden gleich zwei Autoren des Verlages an diesem Abend dabei sein.

    Martin Spieß wird aus seinem aktuellen Roman „Und bis es so weit ist, gibt es Eiscreme“ lesen. Zwei Freunde fahren nach Gorleben ins Wendland, um gegen den Castortransport zu demonstrieren. Als britische Reporter mogeln sie sich mit gefälschten Presseausweisen durch die Polizeikontrollen und landen schließlich am Zwischenlager, wo es zu einem Zwischenfall kommt. Der Roman von Martin Spieß ist Roadmovie, Komödie und Freundschaftsgeschichte in einem.

    Im Gespräch mit Jan Karsten und Frank Göhre geht es um „Literatur unplugged“ und E-Books, um Neuerscheinungen, verlegerischen Mut und Eigensinn und das Glück, eine Autorin wie Amanda Lee Koe zu entdecken, deren Buch „Ministerium für öffentliche Erregung“ den Platz Eins der Litprom-Bestenliste „Weltempfänger“ eroberte.

    Schließlich werden wir bei Wein und kleinen Knabbereien vielleicht noch erfahren, was den CulturBooks Verlag mit der Buche und dem Schwalbenwurzenzian verbindet. Wir sind gespannt!

     

  • Buchvorstellung, Vorträge und Diskussion mit Hendrik van den Bussche, Herbert Diercks und Claudia Schaaf

    Datum: 25.04.2017

    Im Dezember 2016 erschien unter dem Titel "‚Euthanasie'-Verbrechen. Forschungen zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik" Heft 17 der "Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland". Die gut zwanzig Autorinnen und Autoren beschäftigen sich in diesem Sammelband mit unterschiedlichen Aspekten dieses von der deutschen Nachkriegsgesellschaft über Jahrzehnte nicht zur Kenntnis genommenen Medizinverbrechens.
    Im Rahmen der Buchvorstellung gibt Herbert Diercks, wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und Redaktionsmitglied der "Beiträge", einen Überblick über die Themen des Sammelbandes. Ein Beitrag über einen politischen "Querulanten", Ernst Putzki, der von der Gestapo verhaftet, in psychiatrische Anstalten gesperrt und schließlich in Hadamar ermordet wurde, wird von der Autorin Claudia Schaaf ausführlich vorgestellt. Claudia Schaaf ist pädagogische Mitarbeiterin der Gedenkstätte Hadamar. Außerdem wird Prof. Dr. Hendrik van den Bussche, ebenfalls Autor in diesem Heft, am Beispiel der "Kindereuthanasie" auf Forschungs- und Karriereinteressen der beteiligen Ärzte, Pathologen und Psychiater eingehen. Hendrik van den Bussche ist ehemaliger Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Autor mehrerer Studien zur Medizingeschichte im Nationalsozialismus.

  • Lesung und Gespräch. Moderation und Übersetzung Ingo Herzke

    Datum: 18.11.2016

    In einem langen, heißen, turbulenten und gefährlichen Sommer endet die Kindheit für Mickey. Dass er schlau, lustig und sensibel ist, macht ihn zum Außenseiter, aber auch zum unbeirrbaren Kämpfer für seinen eigenen Weg inmitten von Chaos.
    Der katholische Teil von Belfast in den frühen achtziger Jahren ist ein erschreckender Ort für einen ebenso klugen wie feinfühligen Jungen, dessen bester Freund seine kleine Schwester ist und dessen Lieblingsfilm "Der Zauberer von Oz". In seiner Phantasie erträumt sich Mickey eine Zukunft als Filmstar in Amerika, obwohl seine Welt bereits hinter der nächsten Straßenecke endet.
    Der Autor schreibt mit solcher Wärme und Humor über eine Zeit der Armut und Gewalt, in der ein unschuldiger Junge zu früh Verlust und Verrat erfährt, aber sich als findiger Lebenskünstler aus jeder misslichen Lage zu befreien weiß. Nicht zuletzt um seiner mutigen, resoluten und nimmermüden Mutter zu einem kleinen Stück vom Glück zu verhelfen, entwickelt Mickey einen überraschenden Plan.
    Die Veranstaltung wird vom "British Council" unterstützt.

  • Buchvorstellung und Diskussion

    Datum: 25.10.2016

    Die Silvesternacht 2015/16 in Köln. Zu Tode misshandelte Frauen in Indien. Kachelmann, Polanski, Assange, Strauss-Kahn … Am Thema Vergewaltigung entzünden sich immer wieder erbitterte Debatten, manifestiert sich die Haltung der gesamten Gesellschaft zu Geschlecht, Sexualität und Verletzbarkeit. Doch trotz einer breiten medialen Berichterstattung gibt es bis jetzt keine umfassende Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhän-gen. Mithu M. Sanyal schließt diese Lücke.
    Ausgehend von Sexualitätstheorien von Aristoteles bis Foucault, über die feministischen Kämpfe um die Aner-kennung von Vergewaltigung, popfeministischen Entwürfen und Social-Media-Aktionen wie #aufschrei und #ausnahmslos bis hin zu den Problemen einer echten Reform des Sexualstrafrechts geht Sanyal der Frage nach, wie Vergewaltigung gesellschaftlich verhindert werden kann.
    Dr. Mithu M. Sanyal ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Journalistin und Referentin für Genderfragen; sie ist Dozentin an verschiedenen Universitäten und schreibt für die Frankfurter Rundschau, die taz, SPEX, Missy Magazine, VICE etc.
    Das Buch ist im Verlag Edition Nautilus erschienen und kostet 16,00 Euro.

  • Lesung und Autorinnengespräch mit der Übersetzerin und Lektorin Else Laudan

    Datum: 22.09.2016

    Südafrika 1953. Detective  Sergeant Emmanuel Cooper führt ein Doppelleben, von dem niemand etwas ahnen darf: Seine Frau und sein Kind sind wandelnde Verstöße gegen das Rassentrennungsgesetz. Dann wird im Johannesburger Villenviertel eine weiße Familie überfallen. Die überlebende Tochter beschuldigt den jungen Zulu Aaron Shabalala. Cooper will nicht glauben, dass Constable Shabalalas Sohn ein Raubmörder sein soll. Für die Polizei ist der Fall aber klar, Cooper wird kaltgestellt. Zusammen mit Shabalala und Zweigman ermittelt er auf eigene Faust in Sophiatown, um die wahren Drahtzieher aufzuspüren - und riskiert alles.

  • Im Rahmen der „Langen Nacht der Literatur Hamburg“

    Datum: 03.09.2016

    Ein betrunkener Fahrer, Regen, eine alte Straße mit wassergefüllten Spurrillen – der Unfall in der Rue Bisson war tödlich. Doch war es wirklich ein Unfall? Warum ist Michel Descombe so schnell gefahren, als sei er auf der Flucht? Lieutenant Ohayon ermittelt im Freundeskreis des Toten, der Jeunesse Dorée von Fleurville, in einem Gespinst aus Spekulationen, Freundschaftsdiensten und Angst vor Gesichtsverlust. Und der allwissende Erzähler ist zwar kommentierfreudig, aber hält er nicht auch hinterm Berge? Wittekindt’sche Unschärfenarration at it‘s best! Feierliche Premierenlesung (Edition Nautilus) mit begleitenden französischen Weinen und kulinarischen Häppchen.

  • Buchvorstellung und Diskussion

    Datum: 03.05.2016

    Aus den Aufbrüchen der 1968er-Jahre heraus entstanden bundesweit unzählige linke Verlage und Buchläden. Mit Klassikern des Marxismus und Schlüsseltexten der Studentenbewegung prägten sie in den 1970er-Jahren wesentlich die politische Kultur der alten Bundesrepublik.
    Uwe Sonnenberg untersucht Entstehung, Charakter und Wandel dieses Buchhandels. Dabei nimmt der Autor mit dem Verband des linken Buchhandels (VLB) einen wenig bekannten, bislang einzigartigen Zusammenschluss in den Fokus. Gegründet 1970, vereinigte er 150 bis 200 Projekte. Parteiunabhängige, kollektiv betriebene Verlage, Druckereien, Vertriebe und Auslieferungen aus dem ganzen Bundesgebiet gehörten dazu.

    Der Historiker Uwe Sonnenberg erzählt von Ladenkollektiven, Raubdrucken und politischer Agitation und damit ein spannendes Stück Kulturgeschichte der alten Bundesrepublik.

    Das Buch ist im Wallstein Verlag erschienen und kostet 44,00 Euro.

  • Buchpräsentation und Werkstattgespräch mit Stefanie Harjes und Rainer Strecker

    Datum: 02.03.2016

    Die junge, selbstbewusste Dshamilja lebt in einem kleinen Dorf in den Bergen Kirgisiens – allein, denn ihr ungeliebter Ehemann zog schon kurz nach der Hochzeit in den Krieg. Bei den täglichen Getreidetransporten zum Bahnhof lernt sie Danijar kennen, scheu und still und von den Menschen im Dorf gemieden. Als er eines Abends auf dem Heimweg ein Lied singt, entdeckt Dshamilja eine ganz andere Seite an ihm: Er singt von der Landschaft und vom Leben, und Dshamilja ist hingerissen.
    Die berühmte Liebesgeschichte erscheint in einer neuen Ausgabe, mit wunderbaren Bildern der Hamburger Illustratorin Stefanie Harjes. Die Künstlerin stellt an diesem Abend das Buch vor, berichtet über ihre Arbeit und signiert auf Wunsch mit kleinen Zeichnungen die Bücher. Der Schauspieler Rainer Strecker liest Passagen aus dem Text.

  • Buchvorstellung mit dem Autor

    Datum: 29.01.2016

    Der Fußball, den er liebte, sollte ihm helfen, als Deutscher wie jeder andere anerkannt zu werden.
    Martin Abraham Stock kickte für die Altonaer Spielvereinigung von 1895, übernahm Vereinsämter und war als Schiedsrichter aktiv. Die Rassenpolitik der Nationalsozialisten machte seine Hoffnungen
    zunichte. Er verlor seine berufliche Existenz und wurde wegen „Rassenschande“ inhaftiert. Mit der Deportation in das Ghetto von Minsk begann für ihn eine Odyssee durch Konzentrations- und
    Zwangsarbeitslager, die im Frühjahr 1945 mit der Befreiung des KZ Bergen-Belsen endete.
    Ungeachtet dieser Erfahrungen entschied sich Martin Abraham Stock für einen zweiten Anlauf. Nach dem Krieg half er mit, den Sport in seiner Heimatstadt Hamburg wieder neu zu beleben. Als erster Jude brachte es Martin Abraham Stock bis in den Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes. Doch so richtig gehörte er nie dazu.

  • Datum: 13.10.2015

    Sascha Reh nimmt uns in seinem Roman mit ins Chile Salvador Allendes. Der junge deutsche Industriedesigner Hans Everding geht nach Chile, um ein neues Informationsnetzwerk mit aufzubauen. Die Wirtschaft des hoffnungsvollen, antikapitalistischen Gesellschaftssystems soll effizient gestaltet werden. Nicht sture Fünfjahrespläne, die an den Menschen vorbeiproduzieren, sind das Ziel. Das Erfassen der realen Bedürfnisse steht im Mittelpunkt der Planung. Ein Team internationaler Wissenschaftler arbeitet in einem Rechenzentrum in Santiago de Chile an der Sammlung von Daten und der technischen Umsetzung des großen Traums einer gerechten Gesellschaft. Der drohende Militärputsch und das jähe Ende der Allende-Ära bringen Hans und seine Mitstreiter in große Gewissenskonflikte. Was tun mit den gesammelten Informationen? Was geschieht, wenn die bisher aufgebauten Strukturen den neuen Machthabern um Pinochet in die Hände fallen?

    Der Roman beruht auf wahren Tatsachen, das "Cyber-Projekt" hat es wirklich gegeben. Spannend wie in einem Politthriller hat Sascha Reh die Tage des politischen Umbruchs in Chile Anfang der 1970er- Jahre in seiner Geschichte literarisch umgesetzt.

    Sascha Reh, geboren 1974 in Duisburg, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Bochum und Wien. "Gegen die Zeit" ist sein dritter Roman

  • Moderation und Übersetzung: Katharina Picandet. Zweisprachige Lesung französisch/deutsch

    Datum: 03.09.2015

    Eine junge Frau schlägt einem Migranten in der Metro eine Weinflasche über den Kopf und findet sich daraufhin in Polizeigewahrsam wieder. Dort soll sie sich erklären: Was treibt eine dunkelhäutige Frau indischer Abstammung, die in der Asylbehörde als Dolmetscherin zwichen Asylbewerbern und Beamten vermittelt, zu einer solchen Tat?

    "Erschlagt die Armen!" ist ein zorniger Roman, der in kraftvoller, bilderreicher Sprache auftrüttelnde Fragen zu Identität und Zusammenleben in einer globalisierten Welt stellt.

    Shumona Sinha, geboren 1973 in Kalkutta, lebt seit 2001 in Paris. Nach der Veröffentlichung ihres Romans verlor sie ihre Arbeit als Dolmetscherin bei der französischen Migrationsbehörde.

  • Datum: 07.05.2015

    Der Journalist Elias Ehrenwerth kauft einen alten Lederkoffer in einem Berliner Trödelladen. Der Koffer trägt die gleichen Initialen wie seine Frau Lisa und ist deshalb das perfekte Geburtstagsgeschenk. Elias entdeckt im Koffer eine alte Visitenkarte des Vorbesitzers: Leonhard Weinheber. Er beginnt seine Recherche, die ihn in die 1930erJahre und ins ferne Israel führt. Der jüdische Schriftsteller Weinheber sah für sich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten keine Zukunft mehr in Deutschland, er wollte seiner großen Liebe Lenka nach Palästina folgen. Der Koffer erreichte auch sein Ziel, die Spur Leonhard Weinhebers verlor sich zwischen Marseille und Tel Aviv, das damals noch Jaffa hieß.
    Der Schriftsteller und Drehbuchautor Michel Bergmann, vielen bekannt als Autor der Romane „Die Teilacher“, „Machloikes“ und „Herr Klee und Herr Feld“ liest aus seinem neuen Roman, das Gespräch wird von Miriam Rürup, der Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, moderiert.

     

  • Datum: 22.04.2015

    Mussten Gedenkstätten an historischen Orten der NS-Verbrechen einst gegen große gesellschaftliche Widerstände erstritten werden, sind sie heute öffentlich geförderte und weithin akzeptierte Institutionen der bundesrepublikanischen Erinnerungskultur. Wie ist dieser Wandel zu erklären und zu bewerten? Welche historisch-politischen Bedingungen und Akteure haben ihn ermöglicht, welche Konsequenzen hatte er für Theorie und Praxis der Gedenkstättenarbeit? Wie werden die beiden „deutschen Diktaturen“ zueinander in Beziehung gesetzt und welche Auswirkungen hat der geschichtspolitische Trend zu einem undifferenzierten Antitotalitarismus auf das deutsche und europäische Gedächtnis an die NS-Verbrechen?
    Im Anschluss an die Präsentation des neuesten Heftes der Zeitschrift „Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland“ diskutieren Detlef Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die Historikerin Cornelia Siebeck und Oliver von Wrochem, Leiter des Studienzentrums der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.