Jahresrückblick

  • Buchvorstellung, Vorträge und Diskussion mit Hendrik van den Bussche, Herbert Diercks und Claudia Schaaf

    Datum: 25.04.2017

    Im Dezember 2016 erschien unter dem Titel "‚Euthanasie'-Verbrechen. Forschungen zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik" Heft 17 der "Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland". Die gut zwanzig Autorinnen und Autoren beschäftigen sich in diesem Sammelband mit unterschiedlichen Aspekten dieses von der deutschen Nachkriegsgesellschaft über Jahrzehnte nicht zur Kenntnis genommenen Medizinverbrechens.
    Im Rahmen der Buchvorstellung gibt Herbert Diercks, wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und Redaktionsmitglied der "Beiträge", einen Überblick über die Themen des Sammelbandes. Ein Beitrag über einen politischen "Querulanten", Ernst Putzki, der von der Gestapo verhaftet, in psychiatrische Anstalten gesperrt und schließlich in Hadamar ermordet wurde, wird von der Autorin Claudia Schaaf ausführlich vorgestellt. Claudia Schaaf ist pädagogische Mitarbeiterin der Gedenkstätte Hadamar. Außerdem wird Prof. Dr. Hendrik van den Bussche, ebenfalls Autor in diesem Heft, am Beispiel der "Kindereuthanasie" auf Forschungs- und Karriereinteressen der beteiligen Ärzte, Pathologen und Psychiater eingehen. Hendrik van den Bussche ist ehemaliger Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Autor mehrerer Studien zur Medizingeschichte im Nationalsozialismus.

  • Datum: 30.11.2016

    im Buchladen Osterstraße

  • Datum: 26.11.2016

    Veranstaltung im Weinbistro „Kühne Lage“,
    Schützenstraße 39, Tel. 32512404

  • Lesung und Gespräch. Moderation und Übersetzung Ingo Herzke

    Datum: 18.11.2016

    In einem langen, heißen, turbulenten und gefährlichen Sommer endet die Kindheit für Mickey. Dass er schlau, lustig und sensibel ist, macht ihn zum Außenseiter, aber auch zum unbeirrbaren Kämpfer für seinen eigenen Weg inmitten von Chaos.
    Der katholische Teil von Belfast in den frühen achtziger Jahren ist ein erschreckender Ort für einen ebenso klugen wie feinfühligen Jungen, dessen bester Freund seine kleine Schwester ist und dessen Lieblingsfilm "Der Zauberer von Oz". In seiner Phantasie erträumt sich Mickey eine Zukunft als Filmstar in Amerika, obwohl seine Welt bereits hinter der nächsten Straßenecke endet.
    Der Autor schreibt mit solcher Wärme und Humor über eine Zeit der Armut und Gewalt, in der ein unschuldiger Junge zu früh Verlust und Verrat erfährt, aber sich als findiger Lebenskünstler aus jeder misslichen Lage zu befreien weiß. Nicht zuletzt um seiner mutigen, resoluten und nimmermüden Mutter zu einem kleinen Stück vom Glück zu verhelfen, entwickelt Mickey einen überraschenden Plan.
    Die Veranstaltung wird vom "British Council" unterstützt.

  • Buchvorstellung und Diskussion

    Datum: 25.10.2016

    Die Silvesternacht 2015/16 in Köln. Zu Tode misshandelte Frauen in Indien. Kachelmann, Polanski, Assange, Strauss-Kahn … Am Thema Vergewaltigung entzünden sich immer wieder erbitterte Debatten, manifestiert sich die Haltung der gesamten Gesellschaft zu Geschlecht, Sexualität und Verletzbarkeit. Doch trotz einer breiten medialen Berichterstattung gibt es bis jetzt keine umfassende Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhän-gen. Mithu M. Sanyal schließt diese Lücke.
    Ausgehend von Sexualitätstheorien von Aristoteles bis Foucault, über die feministischen Kämpfe um die Aner-kennung von Vergewaltigung, popfeministischen Entwürfen und Social-Media-Aktionen wie #aufschrei und #ausnahmslos bis hin zu den Problemen einer echten Reform des Sexualstrafrechts geht Sanyal der Frage nach, wie Vergewaltigung gesellschaftlich verhindert werden kann.
    Dr. Mithu M. Sanyal ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Journalistin und Referentin für Genderfragen; sie ist Dozentin an verschiedenen Universitäten und schreibt für die Frankfurter Rundschau, die taz, SPEX, Missy Magazine, VICE etc.
    Das Buch ist im Verlag Edition Nautilus erschienen und kostet 16,00 Euro.

  • Lesung und Autorinnengespräch mit der Übersetzerin und Lektorin Else Laudan

    Datum: 22.09.2016

    Südafrika 1953. Detective  Sergeant Emmanuel Cooper führt ein Doppelleben, von dem niemand etwas ahnen darf: Seine Frau und sein Kind sind wandelnde Verstöße gegen das Rassentrennungsgesetz. Dann wird im Johannesburger Villenviertel eine weiße Familie überfallen. Die überlebende Tochter beschuldigt den jungen Zulu Aaron Shabalala. Cooper will nicht glauben, dass Constable Shabalalas Sohn ein Raubmörder sein soll. Für die Polizei ist der Fall aber klar, Cooper wird kaltgestellt. Zusammen mit Shabalala und Zweigman ermittelt er auf eigene Faust in Sophiatown, um die wahren Drahtzieher aufzuspüren - und riskiert alles.

  • Im Rahmen der „Langen Nacht der Literatur Hamburg“

    Datum: 03.09.2016

    Ein betrunkener Fahrer, Regen, eine alte Straße mit wassergefüllten Spurrillen – der Unfall in der Rue Bisson war tödlich. Doch war es wirklich ein Unfall? Warum ist Michel Descombe so schnell gefahren, als sei er auf der Flucht? Lieutenant Ohayon ermittelt im Freundeskreis des Toten, der Jeunesse Dorée von Fleurville, in einem Gespinst aus Spekulationen, Freundschaftsdiensten und Angst vor Gesichtsverlust. Und der allwissende Erzähler ist zwar kommentierfreudig, aber hält er nicht auch hinterm Berge? Wittekindt’sche Unschärfenarration at it‘s best! Feierliche Premierenlesung (Edition Nautilus) mit begleitenden französischen Weinen und kulinarischen Häppchen.

  • Datum: 16.07.2016

    Zusatzveranstaltung im Weinbistro „Kühne Lage“,
    Schützenstraße 39, Tel. 32512404

  • Datum: 13.07.2016

     

     

  • Buchvorstellung und Diskussion

    Datum: 22.06.2016

    Am 22. Juni 1941 beginnt das nationalsozialistische Deutschland den Krieg gegen die Sowjetunion. Antikommunismus, Rassismus und Antisemitismus verschmelzen in einem Vernichtungskrieg gegen den „jüdischen Bolschewismus“. In seinem Buch „Der dritte Weltkrieg“ nimmt Erich Später die Belagerung von Leningrad ebenso in den Blick wie die Schlacht um Stalingrad. Er widmet sich aber auch eher unbekannten Ereignissen wie der Gründung des jüdisch-antifaschistischen Komitees in Moskau und der Aufstellung der spanischen „Blauen Division“.
    Nach Buchhändlerlehre und Studium lebt und arbeitet Erich Später heute in Saarbrücken und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift „Konkret“.
    Sein Buch „Der dritte Weltkrieg. Die Ostfront 1941-45“ ist im Conte Verlag erschienen und kostet 16,90 Euro.

  • Buchvorstellung und Gespräch

    Datum: 09.06.2016

    Dieses Buch erzählt erstmals die Geschichte der Flüchtlingsbewegungen und -proteste, die seit Anfang der 1990er-Jahre die Asylpolitik in Deutschland begleiten. Die Willkommenskultur, von der heute oft die Rede ist, ist nicht von selbst und plötzlich entstanden, sondern das Ergebnis eines langen Kampfes um Anerkennung und Menschenwürde, den viele Flüchtlinge aktiv ausgefochten haben. Christian Jakob zeigt: Die Modernisierung der deutschen Gesellschaft ist zu großen Teilen das Werk der Migrantinnen und Migranten und Flüchtlinge selbst. Und sie ist, trotz aller aktuellen Debatten und Konflikte, nicht mehr zurückzudrehen.
    Zugleich bewertet der langjährige Beobachter der Flüchtlingspolitik die aktuellen Entwicklungen in der europäischen Asylarchitektur und beschreibt, wie eine moderne und offene Asyl- und Migrationspolitik in Deutschland aussehen könnte, die die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt.

    Christian Jakob studierte Soziologie, Volkswirtschaft, Philosophie in Bremen und Mailand sowie Global Studies in Berlin, Buenos Aires und Delhi. Seit 2006 ist er Redakteur der taz. Für seine Berichterstattung zur Asylpolitik wurde er 2015 für den Journalistenpreis „Der lange Atem“ nominiert.
    Das Buch ist im März im Christoph Links Verlag erschienen und kostet 18,00 Euro.

  • Buchvorstellung und Diskussion

    Datum: 03.05.2016

    Aus den Aufbrüchen der 1968er-Jahre heraus entstanden bundesweit unzählige linke Verlage und Buchläden. Mit Klassikern des Marxismus und Schlüsseltexten der Studentenbewegung prägten sie in den 1970er-Jahren wesentlich die politische Kultur der alten Bundesrepublik.
    Uwe Sonnenberg untersucht Entstehung, Charakter und Wandel dieses Buchhandels. Dabei nimmt der Autor mit dem Verband des linken Buchhandels (VLB) einen wenig bekannten, bislang einzigartigen Zusammenschluss in den Fokus. Gegründet 1970, vereinigte er 150 bis 200 Projekte. Parteiunabhängige, kollektiv betriebene Verlage, Druckereien, Vertriebe und Auslieferungen aus dem ganzen Bundesgebiet gehörten dazu.

    Der Historiker Uwe Sonnenberg erzählt von Ladenkollektiven, Raubdrucken und politischer Agitation und damit ein spannendes Stück Kulturgeschichte der alten Bundesrepublik.

    Das Buch ist im Wallstein Verlag erschienen und kostet 44,00 Euro.

  • Lesung und Gespräch mit dem Polar-Verleger Wolfgang Franßen

    Datum: 22.03.2016

    Warum so verlegen? Diese Frage wollen wir in unserer neuen Reihe ab sofort unabhängigen Verlegerinnen und Verlegern stellen. Den Anfang macht Wolfgang Franßen vom jungen Hamburger Polar Verlag. Unter dem Motto „Willst Du ein Happy End, dann suche Dir einen anderen Verlag“ erscheinen im Polar Verlag Kriminalromane von Autoren wie Ray Banks, Ken Bruen, Sam Hawken und Bill Moody. Verleger Wolfgang Franßen stellt die Neuerscheinungen des Verlages vor und berichtet aus seinem Arbeitsalltag: „Egal ob wir morgens mit dem rechten oder dem linken Fuß zuerst aufstehen, im Noir ist kein Tag wie der andere. Wer will das schon verpassen?“

     

  • Buchpräsentation und Werkstattgespräch mit Stefanie Harjes und Rainer Strecker

    Datum: 02.03.2016

    Die junge, selbstbewusste Dshamilja lebt in einem kleinen Dorf in den Bergen Kirgisiens – allein, denn ihr ungeliebter Ehemann zog schon kurz nach der Hochzeit in den Krieg. Bei den täglichen Getreidetransporten zum Bahnhof lernt sie Danijar kennen, scheu und still und von den Menschen im Dorf gemieden. Als er eines Abends auf dem Heimweg ein Lied singt, entdeckt Dshamilja eine ganz andere Seite an ihm: Er singt von der Landschaft und vom Leben, und Dshamilja ist hingerissen.
    Die berühmte Liebesgeschichte erscheint in einer neuen Ausgabe, mit wunderbaren Bildern der Hamburger Illustratorin Stefanie Harjes. Die Künstlerin stellt an diesem Abend das Buch vor, berichtet über ihre Arbeit und signiert auf Wunsch mit kleinen Zeichnungen die Bücher. Der Schauspieler Rainer Strecker liest Passagen aus dem Text.

  • Buchvorstellung mit dem Autor

    Datum: 29.01.2016

    Der Fußball, den er liebte, sollte ihm helfen, als Deutscher wie jeder andere anerkannt zu werden.
    Martin Abraham Stock kickte für die Altonaer Spielvereinigung von 1895, übernahm Vereinsämter und war als Schiedsrichter aktiv. Die Rassenpolitik der Nationalsozialisten machte seine Hoffnungen
    zunichte. Er verlor seine berufliche Existenz und wurde wegen „Rassenschande“ inhaftiert. Mit der Deportation in das Ghetto von Minsk begann für ihn eine Odyssee durch Konzentrations- und
    Zwangsarbeitslager, die im Frühjahr 1945 mit der Befreiung des KZ Bergen-Belsen endete.
    Ungeachtet dieser Erfahrungen entschied sich Martin Abraham Stock für einen zweiten Anlauf. Nach dem Krieg half er mit, den Sport in seiner Heimatstadt Hamburg wieder neu zu beleben. Als erster Jude brachte es Martin Abraham Stock bis in den Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes. Doch so richtig gehörte er nie dazu.

  • In Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

    Datum: 16.11.2015

    Das Mittelmeer zwischen algerischer und spanischer Küste. Die Wege von vier Schiffen kreuzen sich; ein Schlauchboot, voll mit durstigen Flüchtlingen, trifft auf ein Kreuzfahrtschiff, voll mit trinkfreudigen Passagieren. Merle Kröger schildert Schicksale, Hoffnungen und Erfahrungen von Heimatlosigkeit und Flucht. Ist das ein Kriminalroman? Nein, das ist viel mehr: fundierte Recherche, Spannung und ein brillant verknappter Stil. Ein großer politischer Roman zur rechten Zeit. Das Mittelmeer als Massengrab für Träume und mehr.
    "Havarie ist im Hamburger Argument Verlag erschienen.
    Die Drehbuch- und Romanautorin Merle Kröger wurde 1967 geboren und lebt in Berlin. 2013 gewann sie den Deutschen Krimi Preis.

     

  • Datum: 13.10.2015

    Sascha Reh nimmt uns in seinem Roman mit ins Chile Salvador Allendes. Der junge deutsche Industriedesigner Hans Everding geht nach Chile, um ein neues Informationsnetzwerk mit aufzubauen. Die Wirtschaft des hoffnungsvollen, antikapitalistischen Gesellschaftssystems soll effizient gestaltet werden. Nicht sture Fünfjahrespläne, die an den Menschen vorbeiproduzieren, sind das Ziel. Das Erfassen der realen Bedürfnisse steht im Mittelpunkt der Planung. Ein Team internationaler Wissenschaftler arbeitet in einem Rechenzentrum in Santiago de Chile an der Sammlung von Daten und der technischen Umsetzung des großen Traums einer gerechten Gesellschaft. Der drohende Militärputsch und das jähe Ende der Allende-Ära bringen Hans und seine Mitstreiter in große Gewissenskonflikte. Was tun mit den gesammelten Informationen? Was geschieht, wenn die bisher aufgebauten Strukturen den neuen Machthabern um Pinochet in die Hände fallen?

    Der Roman beruht auf wahren Tatsachen, das "Cyber-Projekt" hat es wirklich gegeben. Spannend wie in einem Politthriller hat Sascha Reh die Tage des politischen Umbruchs in Chile Anfang der 1970er- Jahre in seiner Geschichte literarisch umgesetzt.

    Sascha Reh, geboren 1974 in Duisburg, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Bochum und Wien. "Gegen die Zeit" ist sein dritter Roman

  • Moderation und Übersetzung: Katharina Picandet. Zweisprachige Lesung französisch/deutsch

    Datum: 03.09.2015

    Eine junge Frau schlägt einem Migranten in der Metro eine Weinflasche über den Kopf und findet sich daraufhin in Polizeigewahrsam wieder. Dort soll sie sich erklären: Was treibt eine dunkelhäutige Frau indischer Abstammung, die in der Asylbehörde als Dolmetscherin zwichen Asylbewerbern und Beamten vermittelt, zu einer solchen Tat?

    "Erschlagt die Armen!" ist ein zorniger Roman, der in kraftvoller, bilderreicher Sprache auftrüttelnde Fragen zu Identität und Zusammenleben in einer globalisierten Welt stellt.

    Shumona Sinha, geboren 1973 in Kalkutta, lebt seit 2001 in Paris. Nach der Veröffentlichung ihres Romans verlor sie ihre Arbeit als Dolmetscherin bei der französischen Migrationsbehörde.

  • Datum: 11.07.2015



  • Datum: 07.05.2015

    Der Journalist Elias Ehrenwerth kauft einen alten Lederkoffer in einem Berliner Trödelladen. Der Koffer trägt die gleichen Initialen wie seine Frau Lisa und ist deshalb das perfekte Geburtstagsgeschenk. Elias entdeckt im Koffer eine alte Visitenkarte des Vorbesitzers: Leonhard Weinheber. Er beginnt seine Recherche, die ihn in die 1930erJahre und ins ferne Israel führt. Der jüdische Schriftsteller Weinheber sah für sich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten keine Zukunft mehr in Deutschland, er wollte seiner großen Liebe Lenka nach Palästina folgen. Der Koffer erreichte auch sein Ziel, die Spur Leonhard Weinhebers verlor sich zwischen Marseille und Tel Aviv, das damals noch Jaffa hieß.
    Der Schriftsteller und Drehbuchautor Michel Bergmann, vielen bekannt als Autor der Romane „Die Teilacher“, „Machloikes“ und „Herr Klee und Herr Feld“ liest aus seinem neuen Roman, das Gespräch wird von Miriam Rürup, der Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, moderiert.

     

  • Datum: 22.04.2015

    Mussten Gedenkstätten an historischen Orten der NS-Verbrechen einst gegen große gesellschaftliche Widerstände erstritten werden, sind sie heute öffentlich geförderte und weithin akzeptierte Institutionen der bundesrepublikanischen Erinnerungskultur. Wie ist dieser Wandel zu erklären und zu bewerten? Welche historisch-politischen Bedingungen und Akteure haben ihn ermöglicht, welche Konsequenzen hatte er für Theorie und Praxis der Gedenkstättenarbeit? Wie werden die beiden „deutschen Diktaturen“ zueinander in Beziehung gesetzt und welche Auswirkungen hat der geschichtspolitische Trend zu einem undifferenzierten Antitotalitarismus auf das deutsche und europäische Gedächtnis an die NS-Verbrechen?
    Im Anschluss an die Präsentation des neuesten Heftes der Zeitschrift „Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland“ diskutieren Detlef Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die Historikerin Cornelia Siebeck und Oliver von Wrochem, Leiter des Studienzentrums der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

     

  • Datum: 17.03.2015

    In England ist sie seit den 1930er-Jahren berühmt und berüchtigt, bei uns prägt sie das Bild der britischen Exzentriker: die Familie Mitford. Um die sechs Mitford-Schwestern ranken sich unzählige Skandalgeschichten. In den Mittelpunkt ihrer Biografie stellt Susanne Kippenberger Jessica Mitford, die zur glühenden Sozialistin und damit zum „roten Schaf“ der Familie wurde, während zwei ihrer Schwestern ein Faible für Hitler und Goebbels entwickelten und die Älteste eine berühmte Romanautorin wurde. Jessica war und blieb konsequent eine Linke, brannte mit ihrem Geliebten durch – in den Spanischen Bürgerkrieg, versuchte sich als Trickbetrügerin, jobbte als Seidenstrumpfvertreterin und wurde eine angriffslustige Journalistin, die in ihren Texten nicht mit Sarkasmus sparte. Bis zu ihrem Tod 1996 blieb sie eine engagierte, linke Bürgerrechtlerin.
    Susanne Kippenberger erzählt mit einem feinen Gespür für soziale Spannungen, sehr amüsant, ohne Verklärung und mit sehr viel Sympathie für und über die unkonventionellen Leben der so unterschiedlichen Schwestern.
    Susanne Kippenberger ist Journalistin, Redakteurin beim „Berliner Tagesspiegel“ und seit einigen Jahren auch Autorin.