Lesefutter
Geschenkbuch
Hafenbuch Hamburg
Junius 2008, 176 Seiten
Ein Container fürs Bücherregal: Das neue Hamburg-Buch aus dem Hause Junius kommt maßstabgetreu im Containerformat daher. Ein TEU ist die Maßeinheit eines 20-Fuß-Standard-Containers. Diese und viele weitere spannende Informationen über das schönste Stück Hamburg enthält der ansprechend gestaltete Fotoband, für den Michael Martin die Texte verfasst hat. Für die wunderbaren Fotografien zeichnet sich das bewährte Team Nicole Keller/Oliver Schumacher verantwortlich, vielen bekannt durch das Buch „Täglich Hamburg“. Von einer sehr schweren Sturmflut spricht man übrigens ab 5,50 Meter über Normalnull.
Geschenkbuch
Hamburg: 20 thematische Spaziergänge
Junius 2009, 312 Seiten
Wo hausten die Beatles Anfang der 1960er Jahre während ihrer ersten Auftritte in Hamburg? In welcher Spelunke fand der Frauenmörder Fritz Honka seine Opfer? Wo wächst in Hamburg die Sumpfschwertlilie? Die Antworten auf all diese Fragen finden sich in dem soeben erschienenen giftgrünen Hamburg-Buch. Kundige Autorinnen und Autoren führen u. a. durch die Themen Friedhöfe, Kolonien, Musik, Film, Vogelkunde, Beatles und Literatur. Den Rundgängen ist jeweils ein Stadtplan mit Routenverlauf vorangestellt, im Anhang befinden sich Tipps für die vertiefende Lektüre. „Hamburg: 20 thematische Spaziergänge“ lädt ein, die eigene Stadt neu zu entdecken. Der nächste Frühling kommt ja bestimmt.
Geschenkbuch
Die schönsten Sagen des klassischen Altertums
Illustriert von Stefanie Harjes, gesammelt von Gustav Schwab, neu erzählt von Josef Guggenmos
Ravensburger Buchverlag 2006, 307 Seiten
Die Götter Griechenlands – mit ihnen beginnt die Schöpfungsgeschichte der griechischen Mythologie. Es wird geliebt und gehasst, geboren und getötet, Helden haben große Abenteuer zu bestehen und manchmal gelingt ihnen dies nicht. Unvorstellbar ist die Grausamkeit, mit der Feinden und Widersachern nach dem Leben getrachtet wird. Und undenkbar überwältigend ist die Liebe, die Menschen oder Götter ins Glück oder Unglück treibt. Die neu erzählten Geschichten sind von geistreichen Illustrationen untermalt. Zeus hängt als Althippie im Sofa ab, Herakles erwürgt schon als Säugling in Windeln Schlangen und das abgeschlagene Haupt der Medusa ziert eine Handtasche. Ein unglaublich vielfältiges Familienbuch.
Geschenkbuch
Täglich Hamburg.
Hamburger Ansichten, fotografiert von Nicole Keller und Oliver Schumacher
Junius 2006, 196 Seiten
„Tollerort“?, „Jesus lebt“?, „Kummer“? – na, irgendwie kommt das einem doch bekannt vor. Aber wo war das doch denn gleich? Wiederzufinden sind diese Hamburger Schriftzüge in einem neuen Bildband, der uns in diesem Herbst als Überraschungscoup vom Verlag vorgelegt wurde. Entstanden ist er durch einen Zufall. Eigentlich suchten Nicole Keller und Oliver Schumacher einen Hamburg-Bildband jenseits der allseits bekannten Postkartenmotive und Touristenattraktionen. Als dieser sich nicht auftreiben ließ, entschlossen sie sich kurzerhand, selber einen zu produzieren. Das ist ihnen mit großem Erfolg gelungen. Auf knapp 200 Fotos zeigen sie Alltags- und Straßenleben, Wandmalereien und Werbetafeln, Hafenszenen und vieles mehr – Fotos, die Hamburg nicht nur von seiner schönsten, sicher aber von seiner interessantesten Seite zeigen.
Hörbuch
Marx & Engels intim. Harry Rowohlt und Gregor Gysi aus dem unzensierten Briefwechsel
Random House Audio 2009, 1 CD
Harry Rowohlt spricht Karl Marx („… weil ich so aussehe“), für Gregor Gysi bleibt so nur Engels übrig und Anna Thalbach moderiert und kommentiert diese Live-Lesung in der Berliner Kalkscheune. Die beiden großen Philosophen erweisen sich in ihrem privaten Briefwechsel als veritable Schand- und Lästermäuler: Dumme Schweizer bekommen ebenso ihr Fett weg wie die lügnerischen Dänen, Ferdinand Lassalle und die liebe Verwandtschaft („Stirbt der Hund jetzt, so bin ich aus der Patsche“). Böse, kurzweilig und politisch unkorrekt; eine gute Stunde höchster Hörgenuss.
Kulinarisches
Wam Kat`s 24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesserung
Orange Press 2008, 255 Seiten
Darauf hat die Welt gewartet: endlich ein politisch korrektes Kochbuch! Wam Kat, ein Niederländer, Koch und politischer Aktivist hat in den siebziger Jahren die Volksküchenidee aufgegriffen und mit seinem Kollektiv Rampenplan bei vielen politischen Aktionen und Festivals die Massen bekocht. 24 Rezepte, die die unterschiedlichen Lebensstationen von Wam Kat verknüpfen, führen durch das Buch. Es geht los mit seiner Kindheit in den Fünfzigern, weiter mit Anti-AKW-Aktionen in den Siebzigern und dem ersten Ecotopia Festival in Ungarn nach 1989 bis hin zu den Castorblockaden und den Aktionen gegen den G8 Gipfel in Heiligendamm. Alle Rezepte sind fleischlos und auch für AnfängerInnen leicht nachzukochen, die Mengenangaben beziehen sich zum Glück auf vier – und nicht 4.000 – Portionen. Wam Kat beteuert ausdrücklich, dass politisch korrekt Kochen nicht reicht, lecker soll das Essen auch sein. Illustriert mit alten und neuen Fotos ist das „andere Kochbuch“ eine echte Empfehlung.
Biografien
Renate Kroll (Hg.), Victoria Ocampo. Mein Leben ist mein Werk.
Eine Biographie in Selbstzeugnissen
Aufbau 2010, 339 Seiten
Sie war wirklich eine ganz ungewöhnliche Frau. Als Victoria Ocampo 1979 im Alter von 89 Jahren starb, hat sie ein Lebenswerk hinterlassen, das die Literatur und die Kunst des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst hat. Sie war Schriftstellerin, Übersetzerin Frauenrechtlerin und dazu viel besungene Muse, wobei ihr die männlichen Lobgesänge mit dem Alter zunehmend suspekt wurden. Aber vor allem gründete sie mit SUR eine fast fünfzig Jahre lang tonangebende Literaturzeitschrift, die den interkontinentalen Austausch der Intellektuellen förderte. Ihre große Leidenschaft galt der zeitgenössischen Literatur und sie wollte die entsprechenden AutorInnen auch kennen lernen. Das ist ihr oft gelungen, sie war u.a. befreundet mit Graham Greene, Albert Camus, Jorge Luis Borges, André Malraux, Rabindranath Tagore, Virginia Woolfe, Stefan Zweig und Susan Sontag. Ebenso international wie ihr Freundeskreis waren auch ihr Interesse für die politischen Verhältnisse der einzelnen Länder. Und sie kämpfte gegen den Peronismus, den Faschismus und für die Emanzipation im eigenen Land. Es ist höchste Zeit, diese Frau durch ihre eigenen Texte näher kennen zu lernen.
Geschenkbuch
Marguerite Abouet/Clément Oubrerie, Aya 2
Ü: Kai Wilksen, Carlsen Comics 2007, 106 Seiten
Mit Aya 2 setzt das Duo Abouet/Oubrerie die 2006 begonnene Geschichte von Aya und ihren zwei Freudinnen fort. Die drei leben in Yopougon, einem der populärsten Stadtteile von Abidjan/Elfenbeinküste. Die Comicromane erzählen von ihrem Alltagsleben, von ihren Liebeleien und ihren Zukunftswünschen. Während Adjoua und Bintou auf der Suche nach dem Mann ihres Lebens sind, wehrt Aya alle Verehrer ab. Sie möchte Ärztin werden. Fragt sich nur, wie sie das schaffen soll. In ihrem großen Umfeld von Familie, FreundInnen, Verwandten und Bekannten geben sich kleinere und größere Dramen die Hand und Aya ist ständig helfend zur Stelle. Ein aus westlicher Sicht ungewöhnliches Afrika-Bild entsteht: Nicht Not, Gewalt und Unterdrückung prägen diese Geschichten, sondern die ganz normalen Freuden, Ängste und Sehnsüchte von Jugendlichen.
Belletristik
Aravind Adiga, Der weisse Tiger
Ü: Ingo Herzke, C. H. Beck 2008, 319 Seiten
Balram Halwai schreibt einen Brief. In sieben Nächten erzählt er dem chinesischen Ministerpräsidenten seine Erfolgsgeschichte vom armen, klugen Jungen aus einem indischen Dorf zum erfolgreichen Unternehmer. Dabei entwirft er das Bild einer schnelllebigen indischen Gesellschaft, in der unter Missachtung aller Moralvorstellungen dem Erfolg und Geld hinterher gejagt wird. Auch Halwai beteiligt sich an diesem Kesseltreiben. Ein spannender, witziger Roman des modernen Indiens – ein Debüt, das nicht umsonst mit dem begehrten Booker Prize 2008 ausgezeichnet wurde.
Sachbuch
Maike Albath, Der Geist von Turin.
Pavese, Ginzburg, Einaudi und die Wiedergeburt Italiens nach 1943
Berenberg 2010, 189 Seiten
Früher war alles besser, denkt man unweigerlich nach der Lektüre von Maike Albaths Buch angesichts des gegenwärtigen halbseidenen Regierungschefs, der – flankiert von Neofaschisten und populistischen Schreihälsen – dabei ist, mittels Mediengleichschaltung, Justizgängelung und schmierigen Affären ein Land zu ruinieren.
„Der Geist von Turin“ ist der Versuch, an ein anderes Italien zu erinnern. Inmitten des italienischen Faschismus gründeten 1933 in Turin drei junge Intellektuelle – Giulio Einaudi, Leone Ginzburg und Cesare Pavese – einen Verlag, der für Jahrzehnte die literarische und politische Kultur Italiens mitbestimmen sollte. Die Literaturkritkerin Maike Albath lädt mit ihrem Buch dazu ein, große Autorinnen und Autoren wie Natalia Ginzburg, Cesare Pavese, Italo Calvino und Beppe Fenoglio neu- oder wiederzuentdecken. Ein wunderschöner Halbleinenband, nicht zuletzt auch in handwerklicher Hinsicht.

